Alba Berlin hat sich die Chance auf den Überraschungssieg in Spiel 1 der Endspielserie der easyCredit BBL durch die Lappen gehen lassen. Zurück zuhause sind die Albatrosse nun zum Siegen verdammt. Der deutsche Meister FC Bayern tat das, was er immer macht. In entscheidenden Situationen Leistung bringen. Der Sieg war nicht schön, allerdings wichtig im Duell mit dem ärgsten Konkurrenten. Spiel 1 war von Ballverlusten geprägt. Beide Teams leisteten sich viele Fehler und Fouls.

Es könnten die vielleicht engsten BBL-Finals der Bundesliga-Geschichte werden. Und das ein Jahr nach dem ersten Duell München gegen Berlin, das die Bayern erst in Spiel 5 für sich entschieden. Alba lernte aus der (dann doch deutlichen) Niederlage im alles entscheidenden Spiel und besserte nach. Nun wollen die Hauptstädter Revanche und endlich auch mal einen Titel einfahren.

Alba Berlin: „Vizekusen“

Dieser Begriff, angelehnt an den Fußball-Klub Bayer Leverkusen, der zu erfolgreichen Zeiten dann doch immer nur Platz zwei einheimste, droht, auch auf Alba Berlin zuzutreffen. Das Team von Coach Aito Garcia Reneses verlor sechs der letzten sieben Finalspiele. In dieser Saison waren es derer zwei – im Pokal und im EuroCup.

Für Alba Berlin ist es trotzdem schon jetzt eine erfolgreiche Saison. Mit dem Finaleinzug steht auf die Teilnahme an der EuroLeague im kommenden Jahr fest. Und trotz der Rückschläge in dieser Spielzeit präsentieren sich die Berliner mit viel Elan. Die 74:70-Niederlage in München am vergangenen Sonntag war die erste den Playoffs. Zuvor fertigte Alba erst Ulm und dann Oldenburg mit jeweils 3-0 ab. Berlin spielt den schönsten und offensiv besten Basketball mit viel Ballbewegung. Am Sonntag zeigte sich diese Philosophie abermals von seiner schlechten Seite. 20 Ballverluste sind definitiv zu viel. Dazu kassierten die Berliner einen 11:2-Lauf in den letzten zwei Minuten des Spiels. Alba führte bis kurz vor Ende und verlor dann doch. Und was sich abermals zeigte, war der Mangel an einem Spieler, der für einige Angriffe das Heft in die Hand nehmen kann und die Mannschaft trägt.

FC Bayern: Das Meister-Gen

Eine relativ lapidare und schwer fassbare Aussage, dennoch passt der Begriff „Meister-Gen“ gut auf den FC Bayern zu. Auch im Basketball. Die Münchener besitzen ein Team, das auch bei Rückständen nicht nervös wird und in entscheidenden Phasen einfach Leistung zeigt. Spieler des Tages war Nihad Djedovic, der als Spielmacher und Aggressor (18pts, 7ast) die Partie bestimmte. Wie Alba leistete sich auch das Team von Coach Dejan Radonjic 20 Turnover – was beinahe zur Niederlage in Spiel 1 geführt hätte.

Die Bayern haben ihren Schuss vor den Bug erhalten. Berlin ist hungrig und will den Titel. Bayerns Vorteil ist jedoch die individuelle Klasse einiger Spieler wie eben Djedovic, Petteri Koponen oder Nationalspieler Danilo Barthel. In wichtigen Phasen, wo Albas System stockt und keiner richtig übernehmen kann, besticht München durch individuelle Stärke. Bayern gewann das Auswärtsspiel bei Berlin in diesem Jahr recht locker und verlor in den Playoffs bisher kein einziges Mal. Bayerns Defense ist noch immer die beste der BBL. Vor eigenem Publikum ist Alba Berlin leichter Favorit auf den Sieg bei einer Quote von und einem Handicap von -1,5 . Bayern München liegt bei und einem Handicap von +1.5 . Die Quoten belegen, wie eng das Duell ist. Bayerns Schwäche in Spiel 1 war der Distanzwurf, stark hingegen schlossen sie direkt in Korbnähe ab. Alba Berlin traf hingegen gut von außen, konnte aber vor allem defensiv nicht konstant den Druck hochhalten. Foulprobleme und eben Ballverluste sind ein Thema. München gewann das Duell beim Rebound – ein wichtiger Faktor in dieser Serie. Es darf erwartet werden, dass die Berliner zuhause etwas mehr Pfiffe erhalten, die sie zu Freiwürfen nutzen sollten. Alba weiß, worum es in diesem Spiel geht und wird die Partie knapp gewinnen. Ich tippe auf Alba Berlin bei einer Quote von .

Quoten unterliegen Änderungen.

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