Nach Steak-Posse: Ribery fehlt zum Rückrundenauftakt. Niko Kovac: „Wir müssen und wollen gewinnen“. Hoffenheim schielt Richtung Europa League.   Der frühere Dortmunder Spielmacher Tomas Rosicky war erst ein paar Tage in Deutschland, da hatte er auch schon seinen Spitznamen weg. „Der ist so dünn, der braucht mal ein vernünftiges Schnitzel“, empfahl einer der Rosicky beobachtenden Journalisten und damit war es um den Beinamen für den schmalen Tschechen geschehen. „Schnitzel“ Rosicky wollte zwar trotz der deftigen deutschen Küche einfach nicht schwerer werden, aber gerade seine beinahe schwebende Leichtigkeit machte ihn damals zu einem der besten Spieler der Bundesliga. Tomas Rosicky Womit wir beim FC Bayern und dem Rückrundenauftakt der laufenden Saison wären. Beim Rekordmeister wollte man sich eigentlich voll konzentriert auf die kommenden 17 Spieltage vorbereiten, hatte es doch in der Hinrunde zu viele Punktverluste gegeben und war man mit sechs Punkten Rückstand auf den BVB in die Winterpause gegangen. Doch statt über mögliche Neuzugänge, Trainingsfortschritte der strauchelnden Stammkräfte oder den sich gerade noch einmal geretteten Trainer Niko Kovac, sprach jeder nur über Franck Ribery und die Geschichte mit dem goldenen Steak. Hätte der ebenfalls recht leicht gebaute Franzose ein XXL-Schnitzel verputzt - es hätte niemanden interessiert. Weil es aber ein sündhaft teures, mit Blattgold überzogenes Edel-Steak war, dass sich Ribery bei einem derzeit sehr angesagten Küchenchef hatte servieren lassen (wobei er selbstverständlich gefilmt worden war), haute die von der Winterpause schwer gelangweilte Öffentlichkeit begeistert auf den bayerischen Superstar ein. Wie könne er es wagen, sich in schweren Zeiten wie diesen ein solches Stück Fleisch servieren zu lassen, solche Dinge. Statt sich einfach noch ein Steak zu bestellen (oder ein Schnitzel) und das Ende des Shitstorms zu erwarten, haute Ribery gleich doppelt und dreifach zurück, beschimpfte seine Kritiker übel und weil er gerade in Fahrt war, auch noch deren Mütter, Großmütter und sämtliche Stammbäume. Als hätten die Bayern-Bosse nicht schon genug Ärger zu überstehen gehabt, mussten sie sich also auch noch mit der Steak-Sache herumschlagen und brummten Ribery am Ende eine Geldstrafe auf, mit der man vermutlich jedem Angestellten beim FCB ein bis zwei schöne Schnitzel finanzieren könnte.  

Warum wird Ribery ab sofort nicht „Steak“ genannt?

Schade eigentlich, dass noch niemand auf die Idee gekommen ist, Franck Ribery ab sofort nur „das Steak“ zu nennen. Und noch trauriger ist der Umstand – jedenfalls aus Sicht der Bayern – dass der Franzose zum Rückrundenauftakt gegen die TSG Hoffenheim nicht mal im Kader steht: er hat sich im Trainingslager verletzt. Franck Ribery FC Bayern München Bei der TSG kennen sie sich sehr gut aus mit üblen Beleidigungen, Mäzen Dietmar Hopp war schon des Öfteren Ziel des gegnerischen Anhangs, und dass, obwohl er noch nie dabei gefilmt wurde, wie er ein goldenes Stück Fleisch verputzt. Man ist also unter sich, wenn es am Freitag ab 20:30 Uhr der Ball wieder rollt. Sportlich ist indes schwer abzusehen, in welcher Verfassung beide Mannschaften auftreten werden. Das Hinspiel am 1. Spieltag entschied der FC Bayern mit 3:1 für sich, da war die Welt noch in Ordnung, von goldenen Steaks hatte noch nie einer was gehört und in München und im Rest des Landes stellte man sich auf eine weitere langweilige Saison ein, die mal wieder den FCB am Ende als Meister preisen würde. Es kam anders und deshalb sehen sich die Bayern seit vielen Jahren mal wieder in der Rolle des Verfolgers, während die TSG Hoffenheim mit 25 Punkten nur einen Punkt von Eintracht Frankfurt auf dem letzten Euro-League-Platz steht und auf weiterhin verunsicherte Bayern hofft. Den Eindruck machte die Mannschaft von Niko Kovac in den letzten Partien der Hinrunde allerdings nicht, ganz im Gegenteil. Seine wütende Weltauswahl hat längst zum Angriff geblasen und TSG-Trainer Julian Nagelsmann wird vermutlich wissen, was da auf seine Mannschaft zukommt.  

„Wir wollen Meister werden und ich will Meister werden“

Zwar bemühte sich Niko Kovac den kommenden Gegner als „sehr gefährliche Mannschaft“ anzukündigen, aber vor allem weiß er, dass alles andere als ein Sieg nicht akzeptabel ist für seine Fans und Vorgesetzten. Auch deshalb kündigte er vollmundig an: „Wir müssen und wollen gewinnen. Wir wollen weiterhin erfolgreich bleiben. Und: Wir wollen Meister werden und ich will Meister werden.“ Um beim Thema zu bleiben: die Bayern brauchen diesen Sieg, um wieder etwas mehr Fleisch an den Knochen zu bekommen. Trainer Niko Kovac Bayern München Auch die Buchmacher scheinen von einem Erfolg der Münchener auszugehen, für einen Sieg der Gäste aus München gibt es eine Quote von , wer auf die Hoffenheimer setzt, bekommt . Mein Tipp: Der FC Bayern gewinnt das Spiel klar mit 2:0 , wobei Robert Lewandowski das erste Tor der Rückrunde gelingt .  
Quoten unterliegen Änderungen.

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