Live-Quoten checken

Zwischenbilanz in der Bundesliga

Leipzig und Gladbach das Maß aller Dinge

Was ist nur mit Werder los?

Schalke hofft auf Dortmunder Punktverlust

Beginnen wir dieses Zwischenfazit der Bundesligasaison 2019/20 doch positiv. Und freuen uns zum Beispiel darüber, dass der Abstand zwischen dem Tabellenersten (Leipzig) und dem Liganeunten (Hoffenheim) nach dem 16. Spieltag nur zehn Punkte beträgt. In England (Liverpool auf Platz 1, Crystal Palace auf Rang 9) sind es bereits gigantische 26 Punkte, in Spanien (zwischen Barcelona und Granada) immerhin zwölf Punkte.

Freiburger Biotop

Was uns diese Zahlen sagen? Dass eine gewisse sportliche Ausgeglichenheit in der deutschen Eliteklasse offenbar noch gewährleistet ist. Zumindest in dieser Hinrunde. Denn eigentlich sind die vorderen Plätze in der Bundesliga fest zementiert und es nicht davon auszugehen, dass sich in den kommenden Jahren eine andere Mannschaft als Leipzig, Mönchengladbach, Bayern, Dortmund oder Schalke in den höchsten Tabellenregionen bewegt. Sehr erfreulich ist daher die Leistung vom SC Freiburg, dessen Etat deutlich kleiner ist als bei den Branchengrößen, der sich aber inmitten der reichen Konkurrenten ein hübsches Biotop gebastelt hat, in dem Langzeittrainer Christian Streich junge Talente ausbilden darf, nicht mehr ganz so jungen Ex-Talenten eine zweite Chance gibt und sie in Kombination mit verdienten Routiniers einen aufregenden, weil unbekümmerten Fußball spielen lässt. Zuletzt gesehen im Spiel gegen den FC Bayern, dass die Münchener nur deshalb gewannen, weil ihnen ganz am Ende noch zwei Tore gelangen. Sieger der Herzen blieb der Sportclub aus Freiburg. Zum Abschluss der Hinrunde steht für Streichs Mannen noch ein weiteres Spitzenduell an: am Samstag bittet der FC Schalke zum Tanz, der mit vier Punkten Vorsprung auf Platz 5 steht, direkt vor den Freiburgern. Bei den Buchmachern gilt der SC trotz der starken Runde weiterhin als Außenseiter, für einen Auswärtssieg steht die Quote bei 4,8, ein Schalker Heimsieg brächte 1,7.

Apropos Schalke: Auch die Gelsenkirchener dürfen sich als Gewinner der ersten Saisonhälfte fühlen – und werden das auch ganz sicher tun, sollte es mit dem Sieg gegen Freiburg gelingen und der verhasste Rivale aus Dortmund zeitgleich gegen Hoffenheim Federn lassen. Spielt der BVB nur Unentschieden (4,0) oder verliert gar seinen Auswärtseinsatz in Sinsheim (3,7), kann der FC Schalke mit einem Sieg den alten Rivalen überholen und auf einem Champions-League-Platz überwintern. Unter dem neuen Trainer David Wagner hat es Schalke geschafft, das ewige Skandalimage der vergangenen Jahre abzulegen und einfach mal wieder guten Bundesligafußball anzubieten. So gut, dass an diesem 17. Spieltag gar die Chance besteht, mit einem Sieg nicht nur die Dortmunder, sondern auch den FC Bayern zu überholen. Dafür müsste der Rekordmeister allerdings sein Heimspiel gegen den in dieser Hinrunde ziemlich grauen VfL Wolfsburg verlieren (Quote dafür steht bei 17!) oder Unentschieden spielen (8,0). Eher unwahrscheinlich, wenn man bedenkt, wie viel Potential in dieser von Superstars gespickten Auswahl von Interimstrainer Hansi Flick steckt. Fragen sie mal in Bremen nach, da zuckt der Norddeutsche zusammen, wenn der Name „Coutinho“ laut ausgesprochen wird.

Werder und das merkwürdige Ziel Europa

Die Bremer wiederum gehören zu den ganz großen Verlierern der vergangenen 16 Spieltage. Hoch motiviert durch die guten, bis sehr guten Leistungen in der vergangenen Rückrunde, sprachen Trainer Florian Kohfeldt und die Klubführung vom großen Ziel Europa – und bekamen für so viel Selbstbewusstsein gnadenlos die Quittung. Mit nur drei Siegen und acht Niederlagen (zuletzt 1:6 gegen Bayern München und sage und schreibe 0:5 gegen Tabellennachbarn Mainz) steht Werder vor dem letzten Spieltag des Jahres auf Relegationsplatz 16, punktgleich mit dem 1. FC Köln, der die Bremer am Samstag empfängt. Entsprechend ausgeglichen sind die Quoten: 2,1 für einen Kölner Erfolg, 3,8 für ein Unentschieden, 3,25 für einen Sieg der gebeutelten Bremer.

Zu den weiteren Verlierern dieser Hinrunde müssen Hertha (Platz 13) und Eintracht Frankfurt (12) gezählt werden, Vereine, in denen Anspruch und Wirklichkeit bislang weit auseinander lagen. Dass Paderborn und Düsseldorf auf den beiden direkten Abstiegsplätzen stehen ist indes keine große Überraschung, dafür haben sich Aufsteiger Union Berlin (20 Punkte) und der FC Augsburg (23) erstaunlich bundesligatauglich präsentiert.

Und natürlich müssen wir abschließend noch lobende Worte über die Spitzenreiter aus Leipzig und Mönchengladbach (beide 34 Punkte) verlieren. Beide Klubs haben es geschafft, sich dauer- und ernsthaft zwischen die bisherigen Größen aus Dortmund und München zu drängen, beide Klubs dazu mit aufregendem und spannendem Fußball. RB muss am Samstag gegen Augsburg ran und könnte mit einem Sieg (1,25) die Tabellenführung verteidigen, die Gladbacher reisen nach Berlin, um gegen die von Jürgen Klinsmann trainierte Hertha aufzulaufen. Ein weiterer Auswärtssieg brächte in diesem Fall eine Quote von 2,25 ein – und bei einem Punktverlust der Leipziger gar die Herbstmeisterschaft.

In diesem Sinne: Frohe Festtage!

Quoten unterliegen Änderungen.

An der Diskussion teilnehmen