Überraschungsmannschaft Freiburg im Borussia-Park zu Gast. Ex-Gladbacher Grifo: „Ein Tor wäre die Krönung“. 1:11 Tore – Borussias katastrophale Heim-Bilanz.   Fußballvereine werden auch immer an ihren Heimspielstätten gemessen. Werder Bremen hat das Weserstadion, in Frankfurt wird das Stadion noch immer „Waldstadion“ gerufen, auch wenn es längst den Namen eines Sponsors trägt und beim FC Schalke heißt die eigene Arena gar „Auf Schalke“, was den eh schon mächtigen Bau nur noch größer erscheinen lässt. Doch keine andere Mannschaft in der Bundesliga konnte es mit dem Bökelberg aufnehmen, jenes mitten im Gladbacher Wohngebiet liegende Stadion, in dem die Ränge so steil waren, dass man beim Torjubel aufpassen musste, nicht viele Meter weiter unten zu landen. Hier wuchsen die legendären Gladbacher „Fohlen“ um Berti Vogts und Günter Netzer zu echten Rennpferden heran, in den 70er-Jahren konnte man hier den schönsten Fußball Europas bewundern. Von diesem Erbe zehrt der Klub bis heute, auch wenn der so schöne, wie unpraktische Bökelberg längst abgerissen wurde und einige Kilometer entfernt durch den Borussia-Park ersetzt wurde. Auch hier haben die Profis von Borussia Mönchengladbach schon große Spiele gezeigt, auch dieser einstige Neubau hat inzwischen Ecken und Kanten und vor allem eine eigene Geschichte.  

Was ist nur auf dem Meisterschaftsanwärter geworden?

Doch die jüngste Story hört sich aus Sicht der Gladbacher gar nicht so toll an. Die vergangenen drei Heimspiele hat die Borussia allesamt verloren und es dabei die gruselige Bilanz von 1:11 Toren vorzuweisen. Und das bei einer Mannschaft, die nach der Hinrunde noch als ernster Kandidat auf den Meistertitel galt. Inzwischen wären sie im Borussia-Park froh, wenn es am Ende der Saison noch für eine Europapokal-Qualifikation reichen würde, im Idealfall natürlich für die Champions League. Den richtigen Schritt hat die Mannschaft von Dieter Hecking am vergangenen Spieltag getan, als man mit 1:0 gegen Mainz 05 gewann und endlich den Negativ-Trend beendete. Mainz vs. Mönchengladbach Zum nächsten Heimspiel am Freitagabend empfängt Heckings Auswahl den SC Freiburg und gibt in der Bundesliga weitaus angenehmere Gegner als die Elf aus dem Breisgau. Auch in dieser Saison kann man sich nur wundern, zu welchem Erfolg Trainer Christian Streich seine Mannen führt, denn der SC verfügt weiterhin über einen der geringsten Etats der Liga und Geld regiert nun mal die Fußball-Welt. In den vergangenen vier Spielen hat der SC nur gegen Bayer Leverkusen verloren, zuletzt besiegte Freiburg Hertha BSC wenn auch glücklich mit 2:1. Ein wichtiger Erfolg im Kampf gegen den Abstieg, denn mit 30 Punkten ist der SC noch nicht in Sicherheit. Zwar ist Streichs Mannschaft gegen die Borussia nur Außenseiter, doch hat die Mannschaft um Toptorjäger Nils Petersen (10 Tore) häufig genug in dieser Spielzeit bewiesen, wie unberechenbar sie Fußball spielt.  

Grifo und die Rückkehr in den Borussia-Park

Mit dafür ist auch ein ehemaliger Gladbacher. 2017 wechselte der Deutsch-Italiener Vincenzo nach starken Auftritten für den SC Freiburg für sechs Millionen Euro zur Borussia, konnte sich dort allerdings nicht durchsetzen und wurde nur ein Jahr später zur TSG Hoffenheim verkauft. Weil ihm auch dort nicht der Durchbruch gelang, lieh ihn die TSG im Januar 2019 an den SC Freiburg aus. An seiner alten Wirkungsstätte kehrt Grifo langsam aber sicher zu alter Stärke zurück, in sieben Spielen schoss er bereits zwei Tore. Vor dem Spiel gegen seinen früheren Arbeitgeber sagt Grifo: „Borussia hat ja gerade durch den 1:0-Sieg in Mainz neues Selbstvertrauen getankt. Gladbach hat sich mega entwickelt. Ich weiß ja bestens, was die Jungs für Qualitäten haben. Aber wir fahren sicher nicht mit dem Gedanken dorthin, dass wir schon verloren haben. Wir wollen mutig auftreten, uns voll reinhauen. Und dann schauen, was am Ende dabei rauskommt.“ Ein Tor, hat Vincenzo Grifo dann noch gesagt, „wäre natürlich die Krönung.“ Wie anfällig die Borussia derzeit im heimischen Stadion für Gegentore ist, hat sie ja ausreichend bewiesen. Vincenzo Grifo Bei den Buchmachern scheint der SC allerdings eher schlechte Chancen zu haben, für einen Auswärtssieg gibt es eine Quote von , wenn beide Mannschaften bereits in der ersten Halbzeit treffen steht die Quote bei . Mein Tipp: Trainerfuchs Streich wird auch die große Borussia ärgern und die Anfälligkeit für Gegentore nutzen können. Zwar gehen die Gladbacher mit einer 2:0-Führung in die Pause , am Ende erreicht der SC trotzdem noch ein 2:2 .  
Quoten unterliegen Änderungen.

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