Oliver Kahn soll in die Führungsriege der Bayern einsteigen. Uli Hoeneß erhöht den Druck auf die Spieler. Gesteht der FC Bayern sich eine Spielzeit ohne Titel ein?   Für Bayern-Verhältnisse ging es nach dem 2:3 im Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund in den vergangenen zwei Wochen erstaunlich ruhig zu. Das Klubzentrum an der Säbener Straße steht noch, Trainer Niko Kovac sitzt auch gegen Fortuna Düsseldorf (Samstag 15:30 Uhr ) auf der Bank. Hasan Salihamidzic darf weiter den Sportdirektor mimen, pardon, geben. Oliver Kahn Zugleich bahnen sich jedoch lange überfällige Veränderungen an. Oliver Kahn, mit dem der Rekordmeister schon vor drei Jahren über einen Einstieg verhandelte, soll spätestens gegen Ende 2019 das Führungsgremium verstärken und auf Sicht den Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge beerben. Man darf gespannt sein, was die Verpflichtung des ehemaligen Torwart-Titans für den “kleinsten gemeinsamen Renner” (Süddeutsche Zeitung) Salihamidzic bedeutet, wahrscheinlich aber auf Dauer: nix Gutes. Das Fehlen eines charismatischen Verbindungsmannes zwischen den sich nicht immer einigen Bossen und der von Eigeninteressen  zerrütteten Kabine, der dem auf diesem Niveau unerfahrenen Kovac zudem in der Binnen- und Außenwirkung helfen kann, ist von vielen kleineren Problemen in der laufenden Spielzeit wohl das entscheidende.  

Der Druck auf die Belegschaft steigt

Die im Zuge der etwas unglücklichen, aber letztlich logischen Niederlage im Signal Iduna Park ausgegeben Parole, wonach Teile des Kaders ab sofort um ihren weiteren Verbleib spielen (“Man muss den Spielern schon sagen, dass sie die nächsten drei, vier Monate unter Druck sind, und dann sehen, wer zu gebrauchen ist, und wer nicht”, so Präsident Uli Hoeneß) gilt selbstverständlich auch für Kovac und Salihamidzic. Bis zum Frühjahr müssen beide Verein und Mannschaft überzeugt haben. Ganz einfach dürfte das nach aktuellem Erkenntnisstand nicht werden. Uli Hoeneß und Hasan Salihamidzic  

Will und kann sich der Klub ein Jahr ohne Titel leisten?

Die alles überlagernde Frage ist allerdings, ob sich der verschärfte Druck auf die Handelnden am Ende leistungsfördernd auswirkt und in einen mehr oder minder harmonischen Umbruch im Sommer mündet, oder im Verbund mit dem derzeit absehbaren Verlust der Meisterschale an den BVB doch eher dafür sorgt, dass der selbst in Erfolgszeiten arg volatile Laden in die Luft fliegt. Der FC Bayern, der seinen Treibstoff wie kein anderer Klub auf diesem Planeten aus dem absoluten, umverhandelbaren Hunger auf Erfolg bezieht, muss sich voraussichtlich zwischen Anspruch und Wirklichkeit entscheiden. Gesteht man sich in Erwartung der Groß-Investitionen in den Kader und der Verschiebung der Machtstrukturen tatsächlich eine Spielzeit ohne Titel zu? Das würde zwar dem bayerischen Selbstverständnis zuwiderlaufen, aber wesentlich dazu beitragen, dass die dringend nötige Neuausrichtung ohne größere Verwerfungen über die Bühne gehen kann.  
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