Trainerduell der Generationen: Glasner vs. Oldie Funkel Wolfsburg nach sieben Punkten aus drei Spielen leicht favorisiert Düsseldorf und der frühe Kampf gegen den Abstieg   Entgegen der landläufigen Meinung, die Bundesliga wäre seit einigen Jahren ein ziemlich langweiliger, weil recht voraussehender Wettbewerb, ist die deutsche Elite-Liga beizeiten doch noch für die ein oder andere Überraschung gut. Da wäre zum Beispiel der neue Trainer vom VfL Wolfsburg, den vor seiner Verpflichtung vermutlich niemand wirklich auf dem Schirm hatte – von den Vereinsverantwortlichen der Niedersachsen einmal abgesehen. Glasner, Jahrgang 1974, ist ein Österreicher, der als Aktiver eine recht passable, wenn auch auf sein Heimatland beschränkte Karriere hingelegt hat. Beim SV Ried werden sie nun lautstark protestieren und darauf verweisen, dass der solide Innenverteidiger Glasner für ihren Klub mehr als 500 Pflichtspiele bestritten hat und 2008 sogar mal Platz 5 erreichte bei der Wahl zu „Österreichs Fußballer des Jahres“. Außerhalb der Alpenrepublik war Glasner hingegen bis zu seinem Wechsel nach Deutschland ein recht Unbekannter. Was ihn letztlich für den Posten in Wolfsburg qualifizierte war seine recht stabile Laufbahn als Cheftrainer, die in der vergangenen Spielzeit mit dem zweiten Platz in der heimischen Liga (hinter Serienmeister Red Bull Salzburg) ihren vorläufigen Höhepunkt fand. Beim VfL suchten sie frisches Blut und wurden beim LASK Linz fündig.  

„Bessere Infrastruktur und bessere Voraussetzungen“

Nun also die deutsche Bundesliga. Gegenüber den Kollegen des Online-Portals „Sport1“ hat sich Glasner zu diesem Wechsel nun ganz konkret geäußert: „Das Umfeld ist größer, mit einer besseren Infrastruktur und besseren Voraussetzungen. Es gibt mehr Arbeit abseits des Platzes, vor allem medialer Natur. Das wusste ich aber. Die deutsche Bundesliga ist eben eine ganz andere Hausnummer und bringt ganz andere Aufgaben- und Tätigkeitsbereiche mit. Deswegen habe ich mich für den VfL entschieden.“ Leistungssportler suchen die Herausforderung und wie es scheint, ist dieser Fußballlehrer aus Österreich der neuen Aufgabe gewachsen. Gegen Köln setzte sich Glasners Mannschaft mit 2:1 durch, gegen die in der Vorsaison zeitweise so starken Herthaner erreichte der VfL gar einen klaren 3:0-Erfolg. Durch das 1:1 am vergangenen Spieltag gegen Paderborn finden sich die Wolfsburger vor dem vierten Spieltag auf dem dritten Platz wieder, punktgleich mit dem FC Bayern. VFL Wolfsburg vs. Eintracht Frankfurt Diesen vierten Spieltag wird Glasners Truppe am Freitagabend beim Auswärtsspiel gegen Fortuna Düsseldorf eröffnen. Langweilig wird Trainer Glasner in dieser Spielzeit bestimmt nicht werden – im „Sport1“-Interview verriet er auch, dass er den Trainerschein einst aus purer heimischer Ödnis gemacht habe: „In Österreich endete die Saison immer Anfang Dezember und dann sind wir in den Urlaub gefahren. Als unser ältester Sohn eingeschult wurde, ging das nicht mehr. Meine Frau hat dann gesagt: ‚Du weißt sowieso nicht, was du zu Hause tun sollst, mach halt mal den Trainerkurs‘.“  

30 Jahre Trainer Funkel

Glasners Gegenüber am Freitag ist ein gewisser Friedhelm Funkel und damit könnte der Gegensatz nicht größer sein. Hier der Bundesliga-Novize aus Österreich, der sich seine Sporen im deutschen Fußball erst noch verdienen muss, dort der mit Abstand erfahrenste Übungsleiter im deutschen Spitzenfußball. Seine erste Trainerstation trat Funkel vor sage und schreibe 30 Jahren an, da kickte Glasner noch in der Jugend vom SV Riedau. Inzwischen ist Funkel bereits seit März 2016 bei der Fortuna im Amt, die Partie gegen Wolfsburg wird seine 122. als Trainer der Düsseldorfer sein. In Zeiten wie diesen eine halbe Ewigkeit. Auch deshalb hat Düsseldorfs Sportvorstand Lutz Pfannenstiel seinen Coach jüngst in einem Interview mit der „Rheinischen Post“ geadelt und dessen Arbeit, die voraussichtlich Ende der laufenden Saison enden wird, bereits als „Vermächtnis“ bezeichnet. Außerdem verriet Weltenbummler Pfannenstiel (er ist der weltweit einzige Profi, der auf allen fünf Kontinenten als Fußballspieler arbeitete), dass Düsseldorf für ihn „eine große Familie sei – mit Friedhelm Funkel als Papa“. Der Start in die neue Saison war für Papa Funkel und seine Jungs bislang eine durchwachsene Erfahrung: Dem Auftaktsieg gegen Werder folgten zwei Niederlagen gegen Leverkusen und Frankfurt. Will man nicht gleich zu Saisonbeginn wieder in den Keller der Tabelle geraten, braucht es gegen den VfL Wolfsburg zumindest einen Punkterfolg. Dann kann der alte Hase Funkel dem Neuling aus Wolfsburg doch auch gleich mal zeigen, wie aufregend das Leben als Trainer in der Bundesliga sein kann. Düsseldorf vs. Dortmund Für einen Auswärtssieg von Glasners Mannschaft steht die Quote bei , wer auf einen Erfolg der Fortunen hofft, bekommt eine Quote von . Mein Tipp: In einem spannenden – und ganz sicher nicht langweiligen – Spiel, trennen sich Düsseldorf und Wolfsburg nach 90 Minuten mit 2:2 . Für Nana Ampomah sollte es am Freitagabend gegen den VfL Wolfsburg die ersten Bundesligaminuten im Trikot von Fortuna Düsseldorf geben, doch dieser Plan scheint gefährdet. Wie der Express berichtet, soll Ampomah genauso wie Teamkollege André Hoffmann mit einer Erkältung kämpfen. Ob beide rechtzeitig für das Heimspiel gegen Wolfsburg fit werden, wird sich wahrscheinlich erst am Spieltag entscheiden, zur Zeit checkt Fortuna täglich die Entzündungswerte der Spieler. Neben den beiden Erkälteten ist auch Alfredo Morales angeschlagen aus der Länderspielpause gekommen. Der Mittelfeldspieler zog sich beim Spiel gegen Mexiko einen Muskelfaserriss im Adduktorenbereich zu und fällt wie der Verein mitteilte „bis auf Weiteres aus“.  
Quoten unterliegen Änderungen.

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