Furiose Fortuna nach der Winterpause Die Tränen des Trainers setzen neue Kräfte frei Aber: miese Bilanz gegen Labbadia   Es sieht düster aus, wenn es um Friedhelm Funkel und den VfL Wolfsburg geht. Wie sollte man sonst 17 Spiele des 65-Jährigen mit diversen Vereinen gegen die Niedersachsen werten, von denen er nur eines gewinnen konnte? Nicht viel besser schaut es aus, wenn es um Funkels Bilanz gegen Bruno Labbadia im direkten Trainer-Duell geht: Fünf Spiele bei denen nur ein Punkt heraussprang. Fortuna Düsseldorf Worauf aber kann man sich schon verlassen beim Aufsteiger und dessen Trainer in dieser Saison? Dieser Strategie scheint auch Labbadia zu folgen. Man kann ja nie vorsichtig genug sein. Vielleicht nannte der 564-Bundesligaspiele Coach Labbadia den 802-Spiele-Trainer vor dem erneuten Duell der beiden erfahrensten aktuellen Ligatrainer deshalb ein „brutales Schlitzohr“. Labbadias kumpelhafte Einschätzung hat ihre Gründe, abgesehen vom Respekt, den der 12 Jahre Jüngere für den alten Hasen empfindet. 17 Punkte hatte die Überraschungs-Mannschaft der Saison nach der Vorrunde gesammelt. Allein diese Ausbeute verdiente Respekt. Nach der Winterpause aber nahm die kuriose Geschichte erst richtig Fahrt auf. Heute, acht Spieltage später, stehen bei der Fortuna 31 Zähler zu Buche. Von den acht Rückrunden Spielen verlor Funkel nur drei und gewann vier.  

Reality-Show am Rhein

Schuld daran ist eine Art Reality-Show, die es jedem Fan warm werden ließ ums Fußball-Herz. Mitte Januar saß Funkel bei einer Pressekonferenz und weinte. Fortunas Vorstandsvorsitzender Robert Schäfer musste später erklären, man habe sich nicht auf eine Vertragsverlängerung einigen können. Die schockierende Nachricht hatte der Fußballlehrer selbst verkündet und einen Aufstand der Anhänger ausgelöst. fortuna Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel Als gelte es einen bedauerlichen Todesfall zu beklagen hatte Michael Rensing verkündet die Mannschaft sei „schockiert und traurig.“ Team-Kapitän Oliver Finke schob hinterher „die Mannschaft geht für den Trainer durchs Feuer“.  

Das Postfach des Vereinschefs kollabiert

Das elektronische Postfach des Vereins und, vor allem das von Schäfer, kollabierten. Der Held des Volkes durfte nicht gehen. Nicht, nachdem der die Düsseldorfer nach fünf Jahren wieder in die erste Liga führte. Nur wenige Tage später die Wende. Funkel verkündete die Einigung als berichte er vom Gewinn des Lotto-Jackpots. Das Agreement sieht vor: Funkels Vertrag verlängert sich, wenn der Klassenerhalt gelingt. Wer will daran mittlerweile ernsthaft zweifeln? Fortuna Düsseldorf vs- 1. FC Nürnberg - Bundesliga  

Stoische Ruhe als Krisenmanagement

Labbadia jedenfalls nicht. Der lobt Funkel für dessen Krisenmanagement, wobei das Erfolgsrezept hauptsächlich aus stoischer Ruhe besteht. Oder anders ausgedrückt: Funkel hat es immer noch drauf, unerschütterliches Gemeinschaftsgefühl herbei zu trainieren. Die berühmte Kraft, die sich bei Außenseitern zeigt, wenn denen keine allzu großen Chancen eingeräumt werden, entwickelte sich in Düsseldorf zu voller Blüte. Ob es nun Funkels unschätzbare Erfahrung war oder irgendetwas anderes, seine einfühlsame Mitarbeiter-Führung setzte ungeahnte Energie frei. All das, lässt bei Labbadia (und anderen Wolfsburgern) das ungute Gefühl wachsen, es könnte schon an diesem Wochenende vorbei sein mit der fast makellosen Bilanz. Die Fortuna steht nicht nur kompakt und liefert eine Pressing-Leistung ab, die man sonst von Mannschaften von Jürgen Klopp, Ralf Rangnick und Thomas Tuchel gewohnt ist. Und, sie spielt bei ihren Kontern schnell und ohne Schnörkel. Es gibt also jede Menge Gründe, Funkels Fortuna ernst zu nehmen. Düster schaut es am Rhein derzeit nur aus, wenn es um die Bilanz des Trainers gegen Wolfsburg und Labbadia geht. Noch. findet ihr die aktuellen Bundesliga-Quoten.  
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