Im Ruhrpott-Schlager treffen am Samstag enorm starke Dortmunder auf ein aktuell sehr maues Schalke 04.  Der Tabellenführer steuert auf eine meisterliche Rekordsaison zu, die Gelsenkirchener kämpfen um Anschluss nach oben.  Alles spricht für die Gäste, doch gegen Schalke  gelten oft ganz eigene Gesetze.   Ein englisches Fußball-Klischee besagt, dass bei Derbys “das Formbuch aus dem Fenster fliegt”. Schalke 04 muss vor dem Treffen mit dem lokalen Lieblingsfeind am Samstag genau darauf vertrauen, denn aktuell spricht ja recht wenig für die Königsblauen. Aus dem Spiel heraus kommt das Team von Domenico Tedesco kaum zu Chancen und auch bei offensiven Standards steht noch die Null, Elfmeter (drei von vier verwandelt) ausgenommen. Der erhoffte Fortschritt, was die aktive Gestaltung auf dem Platz betrifft, hat sich bisher noch nicht eingestellt. Schalkes Regression schmerzt besonders, da Borussia Dortmund sich unter Lucien Favre gleichzeitig enorm verbessert hat. Die Schwarzgelben haben aus dem Spiel heraus exakt doppelt soviele Tore (28) wie ihre Revierrivalen (14) geschossen. Die gewaltige Qualitätslücke schlägt sich tabellarisch nieder: 19 Punkte und zehn Plätze in der Tabelle beträgt Schalkes Rückstand auf den Spitzenreiter, der mit einem Punkteschnitt von 2.5 per seinerseits auf eine historisch gute Saison zusteuert, falls er das rasante Tempo bis zum Mai durchhalten kann, stünden am Ende 85 Zähler zu Buche - und selbstverständlich auch die Meisterschaft.  Borussia Dortmunds bisheriger Punktrekord, aus der Double-Spielzeit 2011/12 unter Jürgen Klopp, beträgt 81 Punkten.  

Dortmund ist der große Favorit, Schalke setzt auf Emotionen

Es verwundert nicht, dass man in Gelsenkirchen angesichts der Überlegenheit der Gäste viel von Einsatz und Emotionen redet. Man werde bis zum Erschöpfungstod kämpfen, kündigte Innenverteidiger Naldo an, der selbst wahrscheinlich aber nur von der Bank aus mitkämpfen darf. Tedescos Ziel muss es sein, das Duell auf die körperliche, atmosphärische Ebene zu verlagern. Ein offener Schlagabtausch mit dem Ball wäre dagegen nicht wünschenswert, dafür ist Dortmunds schnelle, äußerst flexible Offensive viel zu stark. Im Grunde muss Schalke versuchen, im doppelten Sinne des Wortes als Spielverderber aufzutreten: das Ziel ist es, dem beängstigend konstanten Spitzenreiter zunächst mit allen erdenklichen Mitteln aus dem Rhythmus zu bringen und ihm wenn möglich danach noch den Nimbus der Unbesiegbarkeit zu rauben.  

In der Vergangenheit setzte sich nicht immer der Bessere durch

Favre wird im Gegensatz dazu bemüht sein, das Match von seiner überlagernden Bedeutung zu befreien. Dem Schweizer wäre es lieber, Dortmund ließe sich nicht von Kulisse und Rivalität beeindrucken;  eine “normale”, nüchterne Leistung würde dann voraussichtlich für einen Sieg reichen. Doch so leicht lässt sich der Revierderby-Wahnsinn in der Praxis nicht immer kontrollieren. Das legendäre 4:4 im Signal Iduna Park aus der Vorsaison  - Dortmund lag zur Halbzeit 4:0 vorne  - zeugte davon, wie wenig man sich in diesen Duellen auf die üblichen Gesetzmäßigkeiten verlassen kann. Wie ein Blick in die Statistik beweist, ist auch die Form kein eindeutiges Indiz, wenn es im Pott rundgeht. Schalke belegte in den vergangenen zehn Spielzeiten nur zwei Mal einen besseren Platz in der Abschlusstabelle als die verhassten Nachbarn, gestaltete die Derbys jedoch äußerst ausgeglichen. Beide Teams gewannen jeweils sechs Spiele, die restlichen acht Partien endeten Unentschieden. Die aktuellen Bundesliga Quoten gibt es .  
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