Echtes Spitzenspiel im Westfalenstadion: Tabellenführer Dortmund gegen Verfolger Gladbach. Reus nach Düsseldorf-Niederlage: „Mund abputzen, weitermachen“. Beste Offensive trifft auf zweitbeste Defensive.   Falls das noch kein anderes Medium getan hat, wird es an dieser Stelle mal Zeit, der Fortuna aus Düsseldorf „Danke“ zu sagen. Danke dafür, dass der Aufsteiger mit seinem überraschenden Sieg gegen Dortmund (2:1) bewiesen hat, dass doch noch (fast) alles möglich ist im deutschen Spitzenfußball. Danke dafür, dass der Kampf um die Meisterschaft damit wieder etwas spannender geworden ist. Und Danke dafür, dass die Punktverluste der Borussen aus Dortmund das Spitzenspiel gegen die Borussen aus Mönchengladbach nur noch interessanter machen.  

Das laufintensive Spiel der Dortmunder hat viel Kraft gekostet

15 Spiele lang war der BVB ja unbesiegt geblieben und schon stellte sich die allerorts die Frage, wer diese Auswahl denn nun überhaupt in dieser Spielzeit schlagen könnte. Dass es ausgerechnet Düsseldorf war, hat sicherlich damit zu tun, dass der BVB seinen Konkurrenten unterschätzte, aber auch damit, dass der Tabellenführer langsam Tribut für sein so kräftezehrendes Offensivspiel zahlen muss. Düsseldorf - Dortmund 42 Tore sind den Dortmunder in dieser Saison schon gelungen, das ist auch im internationalen Vergleich ein sensationeller Wert. Trainer Lucien Favre lässt den BVB jenes überfallartige Vollgas-Spiel spielen, dass viele Beobachter an die glorreichen Zeiten unter Jürgen Klopp erinnert, als der BVB zweimal in Folge Meister wurde. So ein Fußball braucht frische Beine, und weil die Dortmunder weiterhin im DFB-Pokal und der Champions League vertreten sind, benötigt solch ein Tanz auf drei Hochzeiten kluges Management an der Seitenlinie. Stichwort: Rotation. Welche Risiken so ein Wechselspiel birgt, zeigte sich gegen Düsseldorf. Gegen seinen alten Arbeitgeber Borussia Mönchengladbach wird Favre wieder auf seine aktuelle Top-Elf setzen – und hat auch allen Grund dazu. Denn die Mannschaft von Dieter Hecking spielt eine erstaunlich konstante und souveräne Hinrunde, mit 33 Punkten (wie der FC Bayern nach seinem Sieg gegen Leipzig) trennen die Borussia nur sechs Punkte vom BVB, auf drei kann man mit einem Auswärtserfolg am Freitagabend (Anstoß 20:30 Uhr) an den Spitzenreiter herankommen. Anders als der BVB kamen die Gladbacher unter der Woche gegen Außenseiter Nürnberg (jetzt Ligaschlusslicht) nicht ins Straucheln und gewannen klar mit 2:0. Besonders verlassen können sich die Rheinländer auf ihre enorm stabile Defensive – trotz der Verletzung von Abwehrchef Matthias Ginter (Gesichtsfraktur). Seit drei Spielen schon ist die Borussia ohne Gegentreffer, im Schnitt kassiert sie ein Gegentor pro Partie, in der Vorsaison lag dieser Wert noch bei 1,5. Die Arbeit von Dieter Hecking macht sich bezahlt und auch der Trainer hat längst erkannt: „Unsere Defensive ist wirklich gut.“

Dortmund fehlen drei Innenverteidiger, Gladbach mit Top-Sturmduo Hazard und Plea

Dass seine Mannschaft gegen die Dortmunder trotzdem als leichter Außenseiter gelten muss, liegt an den ähnlichen Spielvorstellungen. Anders als die Düsseldorfer werden sich die Gladbacher nicht hinten reinstellen und auf eine Überraschung hoffen, sondern versuchen, selbst die Partie unter Kontrolle zu bringen. In diesem offenen Schlagabtausch haben die Dortmunder aufgrund ihrer spielerischen Power um den früheren Gladbacher Marco Reus leichte Vorteile. Der gab nach der 1:2-Niederlage bereits die Parole für den kommenden Spieltag aus: „Jetzt heißt es Mund abputzen und weiter! Ich bin mir sicher, dass wir am Freitag ein ganz anderes Gesicht zeigen werden.“ Nachteil Dortmund: Mit Dan-Axel Zagadou, Manuel Akanji und Abdou Diall fehlen gleich drei Innenverteidiger und die Gladbacher sind nicht nur in der Defensive sehr stark aufgestellt. Das Sturmduo Thorgan Hazard (9 Tore) und Alassane Plea (ebenfalls 9) hat gemeinsam 18 der insgesamt 35 Treffer erzielt. Nürnberg - Mönchengladbach Falls den Gladbachern ein Auswärtssieg gelingt, liegt die Quote bei , ein Dortmunder Heimsieg bringt nur . Wer bei diesem Spiel der beiden besten Mannschaften der Bundesliga auf weniger als 2,5 Treffer setzt, bekommt eine Quote von . Mein Tipp: Die Gladbacher werden Dortmund überraschen und die erste Halbzeit gewinnen , dann aber zeigt der BVB noch einmal, was ihn in dieser Hinrunde so stark macht – Endergebnis: 2:1 .  
Quoten unterliegen Änderungen.

An der Diskussion teilnehmen