5-4-1: Aufschwung nach Systemumstellung. Die Abwehr hält, seit Pavard zum Chef befördert wurde. Ex-Dortmunder Gonzales Castro kommt endlich in Stuttgart an.   Stuttgart – Fans des VfB Stuttgart erinnern sich nur ungern an die Zeit, bevor die Schwaben anfingen vom Aufwärtstrend zu sprechen. Das ist noch nicht allzu lange her. Drei Spieltage um genau zu sein. Es war ein Sonntag-Abend als Aufsteiger Fortuna Düsseldorf den Deutschen Meister von 2007 völlig zerlegte. Das 0:3 am 10. Februar war Vorführung und Demütigung zugleich. Markus Weinzierl Das Ende von Trainer Markus Weinzierl schien bereits nach 14 Spielen unausweichlich. Dann durfte der 44-Jährige zu aller Überraschung bleiben, Sportvorstand Michael Reschke musste stattdessen gehen – und Thomas Hitzlsperger, bisher Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, übernahm Reschkes Job. Trotzdem sind die Stuttgarter weiterhin auf dem Relegationsplatz postiert, aber sprechen vom Aufwärtstrend. Der geht in Stuttgart so: 1:3 gegen RB Leipzig, 1:1 bei Werder Bremen, 5:1 gegen Hannover 96. Nun haben viele Bundesligaklubs (16) den Krisenklub aus Hannover (55 Gegentore) geschlagen. Als es dem VfB Stuttgart gelang, war der jedoch nicht mehr der Klub, der bei Fortuna untergegangen war.  

Die Schwaben entdecken ihr Kämpferherz

Als Dortmunds Trainer Lucien Favre vor dem Duell der Westfalen am Samstag gegen den „neuen“ VfB feststellte, der VfB sei besser als in der Vorrunde, hatte der Schweizer schlicht genau hingeschaut. Ob es nun der Reschke-Effekt (der impulsive 61-Jährige war extrem unbeliebt) oder der Hitzlsperger-Effekt (der besonnene 37-Jährige ist extrem beliebt) oder gar Weinzierls „Glücksbringer" (er trägt seit drei Spielen die gleiche Trainingsjacke) ist umstritten. FC Bayern Münchenh vs. VfB Stuttgart Geändert (oder verbessert?) hat sich nicht nur die taktische Grundordnung (von 4-4-1 zu 5-4-1) sondern vor allem die Wettkampfeinstellung der Stuttgarter. Beim furiosen Sieg über historisch unterirdische Niedersachsen rieb sich mancher VfB-Supporter verwundert die Augen. War das der VfB, der in Düsseldorf . . .?  

Nach 16 Spielen findet der Trainer seine Stammelf

Um es kurz zu machen: Nach 16 Spielen hatte Weinzierl offenbar „seine“ Mannschaft gefunden. Die Stuttgarter sind zwar immer noch weit entfernt von internationalen Wettbewerben (da wollten sie ursprünglich als Dritte Kraft des deutschen Fußballs unbedingt hin) aber die Spieler scheinen ihren Ehrgeiz entdeckt zu haben, nicht noch einmal abzusteigen. Auf dem Trainingsplatz neben der Konzernzentrale des Anteilseigners und Sponsors Mercedes im Stadtteil Bad Cannstatt wurde „gute Laune“ beobachtet, wo vorher Tristesse fest in den Vereins-Statuten verankert schien. Stuttgart vs. BVB Borussia Dortmund Der aus Dortmund geholte, lange in der Versenkung verschwundene Gonzalo Castro tauchte wie Phönix aus der Asche zurück – und, ja, bekam Beifall, weil er im Mittelfeld die Fäden zieht. Die Abwehr (ohne Routinier Holger Badstuber) funktioniert wesentlich besser seit Benjamin Pavard die Chefrolle in einer Dreier-(bzw. Fünferkette) übernommen hat. Der 18-Jahre alte, rund zwölf Millionen Euro teure, erst 18 Jahre alte Ozan Kabak schoss zwei Tore gegen 96 – und, ein alter Bekannter, nämlich Mario Gomez (33) traf auch wieder.  

Plötzlich stabil und angriffslustig

Winter-Zugang Steven Zuber wirkt wie entfesselt seit Weinzierl das System umstellte. Der Schweizer kann sich endlich dem widmen, was er am besten kann, das Angriffsspiel mit Ideen füttern (zwei Treffer gegen Hannover). Und nun Dortmund. Aussichtslos? Von wegen sagen die Stuttgarter. Der BVB steckt in der Krise. Hitzlsperger hofft, die dauert noch mindestens einen Spieltag lang. Und, er hofft, das zarte Pflänzchen des Aufschwungs wird in der BVB-Arena nicht gleich wieder niedergetrampelt. Vieles spricht dafür, dass der neue Fußball-Chef des Stuttgarter nicht enttäuscht wird. gibt es die aktuellen Quoten für die Bundesliga.  
Quoten unterliegen Änderungen.

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