Bremen jubelt vor Stuttgart-Spiel noch immer über Rekordtorschütze „Pizza“. Weinzierls „Giftgrüße“ aus Stuttgart. Werder braucht „Dreier“ für die Chance auf Europa.   Vielleicht sollten sie sich in Bremen mal langsam überlegen, die traditionell recht klamme Vereinskasse mit dem Verkauf der guten frischen Weserluft aufzufüllen. Die Hansestadt scheint ein Jungbrunnen für betagte Fußballer zu sein. Hier stellte sich Torwart Dieter Burdenski 2002 im Alter von 51 Jahren noch einmal ins Tor der Werder-Amateure, hier erlebte der Stürmer Manni Burgsmüller seinen zweiten Frühling und holte mit 38 Jahren den DFB-Pokal. Hier spielt gegenwärtig der offiziell älteste Bundesliga-Torschütze der Historie. Sein sehr später Ausgleichstreffer gegen Hertha BSC am vergangenen Spieltag hat Claudio Pizarro (der zu diesem Zeitpunkt 40 Jahre und 136 Tage alt war) nicht zur lebenden Legende gemacht – das ist er in Bremen schon seit vielen Jahren – sondern nur noch einmal den Sockel seines Denkmals fester zementiert. Das existiert derzeit nur in den Gedanken der Fans, aber tatsächlich schickten die Kollegen der „Deichstube“ jüngst einen Reporter durch Bremen, um die Anhänger zu fragen, warum und wo man dem Peruaner solch eine Büste hinstellen sollte. Spoiler: neben den berühmten Stadtmusikanten soll noch etwas Platz sein…  

Ist Bremen bereit für Europa?

Die Spieler selbst haben für solche Gedankengänge keine Zeit, schon am Freitagabend erwartet Werder den VfB Stuttgart zum nächsten Duell und alles andere als ein Sieg gegen die in dieser Spielzeit arg strauchelnden Schwaben (derzeit Rang 16, nur 15 Punkte) wäre eine Enttäuschung und würde die Bremer weiter von ihrem erklärten Saisonziel entfernen. Das lautete vor dem Start dieser Spielzeit überraschend selbstbewusst „Europapokal“, doch nach 22 Spieltagen lässt sich festhalten, dass Werder in der Tat das Potenzial hat, sich für die Europa League zu qualifizieren. Zwar steht die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt aktuell nur auf Platz 10, hat aber lediglich vier Punkte Abstand auf den Tabellensechsten aus Wolfsburg. Borussia Dortmund vs. Werder Bremen Gegen Stuttgart kann Werder außerdem an weiteren Rekorden basteln. Nicht nur, dass Claudio Pizarro mit jedem weiteren Tor seine persönliche Bestleistung weiter ausbauen kann, gegen den VfB Stuttgart hat Werder in seiner Geschichte schon 177 Tore erzielt, 111 davon im eigenen Stadion – das ist Klubrekord. Das letzte Mal ohne Tor gegen die Schwaben blieb Werder am 17. Mai 1991. Da war die Hälfte des gegenwärtigen Kaders nicht mal geboren. Außerdem hat Kohfeldts Auswahl in dieser Spielzeit die besondere Leistung vollbracht, in jedem der 22 Ligaspiele mindestens ein Tor zu erzielen. Für den jungen Trainer eine Bestätigung: „Zum Positiven zählt, dass wir nie aufgehört haben, es zu versuchen. Du schießt in jedem Spiel ein Tor, weil Du nie aufhörst, daran zu glauben. Da besteht schon ein Zusammenhang, und ich bin sehr zufrieden, dass meine Mannschaft für so etwas steht.“  

Vergiftete Grüße aus dem Süden – Stuttgart sehnt sich nach Bremer Idylle

Bayern München - VFB Stuttgart Weniger harmonisch läuft es beim abstiegsbedrohten VfB Stuttgart, der jüngst Sportvorstand Michael Reschke entlassen hat – auch weil der offenbar im Dauerclinch mit Trainer Markus Weinzierl gelegen hatte. Der wiederum hat vor dem Auswärtsspiel in Bremen ein Lob an den kommenden Gegner verschickt, dass die „Bild“-Zeitung sofort als „Giftgrüße“ umdeutete: „Bremen nimmt eine tolle Entwicklung. Trainer und Manager sind ein tolles Gespann. Sie sprechen mit einer Stimme, arbeiten in eine Richtung und geben dadurch den Spielern keine Chance für Alibis. Sie sind ein gutes Beispiel, wie ein Verein erfolgreich sein kann.“ Von ähnlichem Erfolg ist der VfB aktuell weit entfernt. In den vergangenen vier Partien gab es drei schmerzhafte Niederlagen (unter anderem ein 0:3 gegen Fortuna Düsseldorf) und nur einen Punktgewinn beim 2:2 gegen den SC Freiburg. Gegen Werder ist Stuttgart klarer Außenseiter. Die frühere Klublegende Hansi Müller ging deshalb auch im Interview mit der „Deichstube“ hart ins Gericht: „Es fehlt an einer Spielidee, es existiert kein Plan, wie der Gegner ausgespielt werden kann, wie man vors Tor kommt und Chancen kreiert.“ Für Trainer Weinzierl sei die Partie gegen Werder „wohl ein Endspiel“. Auch bei den Buchmachern stehen die Gäste aus dem Schwabenland nicht wirklich gut da, für einen Auswärtserfolg gibt es eine Quote von , ein Bremer Heimsieg bringt . Mein Tipp: Werder ist in dieser Rückrunde noch ungeschlagen und wird gegen den VfB Stuttgart deutlich zeigen, dass der eigene Kader gut genug ist für Europa. Beim klaren 2:0-Sieg schießen Max Kruse und Milot Rashica die Tore für Werder.  
Quoten unterliegen Änderungen.

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