Der VfL überrascht als verschworene Erfolgs-Gemeinschaft Auswärts unter den Top Vier Der Trainer will es dem Manager zeigen    Als Fan des VfL Wolfsburg braucht es derzeit vor allem Geduld und Gelassenheit. Auf praktisch keine der brennenden Zukunfts-Frage gibt es eine verlässliche Antwort. Es ist für die Anhänger der „Wölfe“ schwer genug zu verstehen, dass die bisher gute Saison an Stammtischen kaum ein Thema ist. Immerhin hat sich der VfL zu einem ernsthaften Anwärter auf einen Platz im internationalen Fußball entwickelt – und ist acht Spieltage vor Saisonende punktgleich mit dem Sechsten Bayer Leverkusen. Wenigstens die generierte Aufmerksamkeit könnte sich nach diesem Wochenende drastisch erhöhen. Ein Sieg bei Borussia Dortmund oder zumindest ein Unentschieden würde Trainer Bruno Labbadia für seine letzten Wochen weiter Auftrieb geben.  

Siege in Frankfurt und Mönchengladbach

Unmöglich angesichts der Schwarz-Gelben Heimstärke? Wolfsburgs direkte Konkurrenten Eintracht Frankfurt und Borussia Mönchengladbach verloren nur drei ihrer 13 Heimspiele – eines davon gegen den VfL Wolfsburg. Es ist also aus Sicht der Dortmunder höchste Vorsicht geboten. VFL Wolfsburg Fast scheint es, als habe sich in Wolfsburg eine unterschätzte Mannschaft mit einem unterschätzen Trainer zusammengetan, um die Konkurrenz (und den eigenen Manager) zu ärgern und dabei selbst mächtig Spass zu haben. Den eigenen Manager ärgern? Jörg Schmadtke gehört aus gutem Grund derzeit eher nicht zu den beliebtesten Vertretern des Vereins. Seit er im Juni 2018 den Job des Geschäftsführers übernahm, wuchsen die Spannungen zu Coach Labbadia. Der gewinnt nun allerdings und führte die lange kriselnde Mannschaft zurück ins erste Tabellendrittel.

Trainer und Manager sind keine Freunde

Warum fragen sich die Fans, einen Trainer wegschicken, der den Erfolg zurückbrachte? Ziemlich früh gab Schmadtke Grundsätzliches bekannt und sorgte für Unruhe, die zu aller Überraschung keine negativen Auswirkungen auf dem Platz hatte. Er werde mit dem Trainer keinen gemeinsamen Sommerurlaub buchen. Die Chemie stimme nicht. Man könne sich schließlich nicht mit jedem verstehen. Das konnte und wollte sich Labbadia nicht gefallen lassen und kündigte seinen Abschied zum Saisonende an. Dass Schmadtke den Überraschten spielte, weil der Trainer seinen Abschied ankündigte, trug wenig zu seiner Glaubwürdigkeit bei. Der heißeste Nachfolgekandidat: Marco Rose aus Salzburg. Der aber zögert mit seiner Entscheidung, da ihm auch Schalke 04 ein Angebot vorlegte.  

Internationaler Wettbewerb in Reichweite

Dazu spielen wichtige Säulen des Teams wie Torwart KoenCasteels und Kapitän Joshua Guilavogui mit dem Gedanken, zu Vereinen zu wechseln, die ihnen internationale Auftritte garantieren. Vom Erfolg der weitgehend von Schmadtkes Vorgängern wie Olaf Rebbe zusammen gestellten Mannschaft hängt also praktisch die Zukunft des Vereins und seines künftigen Kaders ab. VFL Wolfsburg Ohne internationalen Wettbewerb würde der Standort Wolfsburg an Attraktivität verlieren. Für Labbadia jedenfalls wären Europa League oder gar die Champions League ein krönender Abschluss. Dazu kommt, auswärts (23 Punkte/7 Siege) fühlen sich die „Wölfe“ offenbar noch wohler als Zuhause (19). Sollte sich Coach Rose für den Trainerjob in Wolfsburg entscheiden, könnte für Labbadia der Weg nach Gelsenkirchen frei werden. Vorerst aber geht es um das brandheiße Projekt internationaler Wettbewerb. Dass der lange verletzte Stoßstürmer Daniel Ginczek wieder im Kader steht, sorgt ebenso für positive Stimmung wie die bisherigen 12 Treffer (fünf Assists) des niederländischen Stürmers Wout Weghorst.

 

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