Bayern vor Champions-League-Duell gegen Benfica weiter in der Krise

Hoeneß: „Gegen Benfica wird Kovac sicher noch Trainer dieser Mannschaft sein“

„Bild“ bringt Rummenigge-Freund Arsene Wenger ins Gespräch

 

Vielleicht muss man Niko Kovac auch einfach mal „Danke“ sagen. Dafür, dass er die gähnende Langeweile in der Bundesliga (vorerst) beendet hat. Selbst für eingefleischte Bayern-Fans war die Dominanz der Münchener in den vergangenen Jahren ja schon nicht mehr auszuhalten, und auch nach der Verpflichtung des in Frankfurt so erfolgreichen Ex-Bajuwaren Kovac wäre man ja nie auf die Idee gekommen, dass sich an diesem Status quo irgendetwas ändern würde.

FC Bayern München vs. Fortuna Düsseldorf - Bundesliga

Doch siehe da: nach zwölf Spieltagen steht der FC Bayern auf Platz 5 der Tabelle, sage und schreibe neun Punkte von Borussia Dortmund entfernt, dreimal hat der deutsche Rekordmeister in dieser Spielzeit schon ein Ligaspiel verloren, dreimal Unentschieden gespielt. Zuletzt am Wochenende gegen den Aufsteiger Fortuna Düsseldorf und das nach einer 3:1-Führung. Wann hat man so was zuletzt bei den erfolgsverwöhnten Süddeutschen gesehen? Vermutlich zu einer Zeit, da Niko Kovac noch als Jugendfußballer aktiv war. Für den Kroaten kann es einem leidtun, für den genervten Fußball-Fan außerhalb der bayrischen Komfortzone ist die Krise des Deutschen Meisters Balsam auf die Seele.

 

Keine Krise ohne Uli Hoeneß – Kovac nach Dienstag auf dem Prüfstand

Zumal Misserfolg, und mag er noch so klein sein, bei den Bayern immer auch große Unterhaltung verspricht. Auch und vor allem dank Präsident Uli Hoeneß, der vor knapp einem Monat die jetzt schon legendäre Pressekonferenz mit Karl-Heinz Rummenigge raushaute und sich natürlich auch nach dem 3:3 gegen Düsseldorf zu Wort meldete. Mit seinen Spielern, allen voran Jerome Boateng, ging Hoeneß ungewohnt scharf ins Gericht, zur Zukunft des Trainers Niko Kovac gefragt, gab er zu Protokoll: „Wir spielen am Dienstag gegen Benfica Lissabon, und da wird unser Trainer sicherlich Niko Kovac sein.“ Bedeutet in der Fußball-Sprache: Gut möglich, dass wir ab Mittwoch einen neuen Trainer vorstellen.

Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge

Dass Kovac überhaupt noch im Amt ist, liegt auch daran, dass den Bayern die Möglichkeiten fehlen. Altmeister Jupp Heynckes scheint sich endgültig zur Ruhe gesetzt haben, der frühere Weltfußballer und als Trainer dreifacher Champions-League-Gewinner Zinedine Zidane dürfte auf bessere Gelegenheiten warten, als einen kriselnden Topverein mitten in der Saison zu übernehmen, kleinere Namen dürfen es bei den Bayern aber auch nicht sein. Prompt brachte die „Bild“ kurzerhand das einstige Arsenal-Urgestein Arsene Wenger ins Gespräch. Ob der mit seinen 69 Jahren noch einmal das Risiko München eingehen möchte, steht auf einem anderen Blatt.

Arsene Wenger

Erstmal haben die Bayern eh zu tun. Am Dienstag kommt ein anderer Rekordmeister zu Besuch, bei dem es aktuell auch nicht so prickelnd läuft. Benfica Lissabon (36 Meisterschaften in Portugal) ist nach zehn Spieltagen nur auf Platz 4 zu finden, zwar nur vier Punkte hinter Tabellenführer FC Porto, aber für Benficas Anhang sind das exakt vier Punkte zu viel. Zuletzt verhinderte man gerade so eine Blamage in der vierten Runde des nationalen Pokals – erst in der Nachspielzeit gelang Benfica das entscheidende 2:1 gegen den seit der 80. Minute dezimierten Zweitligisten FC Arouca. Zwei Spieltage vor dem Ende der Champions-League-Vorrunde hat Benfica erst vier Punkte vorzuweisen, will man tatsächlich die K.o.-Phase erreichen, müssen die Portugiesen gegen den FC Bayern gewinnen, gleichzeitig auf eine Niederlage von Ajax Amsterdam gegen den punktlosen Tabellenletzten AEK Athen hoffen und die Griechen am letzten Spieltag bezwingen. Realistischer dürfte sein, dass Lissabon als Dritter der Gruppe E zumindest in die Knockout-Phase der Europa League rutscht.

 

Gewinnt Bayern gegen Benfica hat Kovac immerhin das Pflichtprogramm erledigt

Die Bayern wiederum stehen mit zehn Punkten aus vier Spielen als Tabellenführer recht gut da und was auch immer mit Niko Kovac nach dem Spiel am Dienstag passiert, gewinnt seine Mannschaft das Spiel, hat er es zumindest geschafft, sie erfolgreich durch die Gruppenphase der Champions League zu führen. Ein Sieg gegen Benfica bringt eine Quote von , wer auf die nächste Bayern-Pleite hofft, liegt schon bei einer Quote von .

Mein Tipp: Die Bayern schießen sich gegen geschwächte Portugiesen den Frust von der Seele und gewinnen 3:0 , wobei der wiedererstarkte Thomas Müller (zwei Tore gegen Düsseldorf) den ersten Treffer erzielen wird .

 

Quoten unterliegen Änderungen.

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