Letzter Spieltag in der Champions-League-Gruppenphase.

Salihamidzic: „Niko hat das Gerüst der Mannschaft gefunden“.

Ajax kann mit Erfolg im Heimspiel noch Gruppensieg eintüten.

 

Fußball ist das vielleicht schnelllebigste Geschäft der Welt. Noch vor wenigen Wochen konnte man das Gefühl haben, dass beim FC Bayern bald alles zusammenbrechen würde: die Mannschaft in der Krise, der Trainer so gut wie entlassen, der Sportdirektor in der Kritik, die Vereinsführung nervös wie ein aufgescheuchter Hühnerstall. Alles ganz schlimm. Dann fing der FC Bayern wieder an zu gewinnen. Und auf einmal haben sich alle wieder lieb. Die Mannschaft tut das, wofür sie so gut bezahlt wird, schießt Tore und holt Punkte, der Trainer scheint auf einmal doch der Richtige zu sein und der Sportdirektor darf sich wieder mit Themen wie möglichen Neuzugängen beschäftigen, statt Wege aus der Krise zu skizzieren.

 

Bayern gewinnt wieder, Kovac darf wohl weiterarbeiten

Beim FC Bayern ticken die Uhren eben etwas anders. Das hat den Klub so erfolgreich gemacht, das macht ihn aber eben auch so anstrengend, wenn es mal nicht läuft. Unvergessen der kümmerliche Auftritt von Rummenigge und Hoeneß, die nach einigen Punktverlusten in Folge in einer Pressekonferenz lieber auf die Medien einprügelten, statt cool zu bleiben und den eigenen Angestellten das Vertrauen auszusprechen. Nun aber scheinen all die Ultimaten für Trainer Niko Kovac und die herbe Einzelkritik an den Spielern vergessen zu sein, spätestens nach dem klaren 3:0-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg scheint auch den Bayern selbst wieder klar geworden zu sein, was außerhalb von München eh längst jeder wusste: diese Auswahl ist noch immer stark genug, in der Bundesliga um die Meisterschaft mitzuspielen und auch in der Champions League für Aufsehen zu sorgen. Zum Beispiel am letzten Spieltag der Gruppenphase gegen Ajax Amsterdam.

FC Bayern München

Beide Mannschaften sind bereits für die K.o.-Runde qualifiziert, lediglich der Gruppensieg ist am Mittwoch noch vakant: die Bayern haben 13 Punkte, zwei mehr als die Niederländer, die in der heimischen Liga auf Platz zwei stehen und nur zwei Punkte Abstand zu Tabellenführer PSV Eindhoven haben, während die Bayern immer noch neun Punkte Rückstand auf Borussia Dortmund haben. Favorit ist der deutsche Rekordmeister gegen Ajax natürlich trotzdem – auch weil beide Klubs in den finanziellen Möglichkeiten Welten trennen. Während Ajax wie seit jeher auf die Ergebnisse der eigenen Nachwuchsakademie vertrauen muss, kann es sich der FCB erlauben, vor dem Aufeinandertreffen offen für eine mögliche Verpflichtung jener Ajax-Nachwuchsprodukte zu werben. Der aktuelle Vorzeige-Junior heißt Frenkie de Jong, ist 21, spielt im zentralen Mittelfeld und traf zuletzt beim 4:1-Sieg in der Liga gegen PEC Zwolle. Weil auch Paris Saint-Germain mit seinen schier unendlichen finanziellen Möglichkeiten interessiert zu sein scheint und weil der Transfermarkt eh aufgeblasen ist wie ein viel zu harter Fußball, werden für Youngster de Jong bereits Summen jenseits der 75 Millionen-Euro-Grenze aufgerufen. In einer idealen Welt hätte Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic, als er nach dem Nürnberg-Sieg auf den Niederländer angesprochen wurde, den anwesenden Journalisten mitgeteilt, dass 75 Millionen Euro für einen 21-jährigen Fußballer eine absolute Sauerei seien und sich der Junge erstmal in Ruhe entwickeln solle, aber auch „Brazzo“ ist ja Teil jenes versauten Geschäfts, dass sich bezahlter Fußball nennt und deshalb gab er artig zu Protokoll, dass de Jong ein „guter Spieler (sei), keine Frage. Er hat sich sehr gut entwickelt, ich kenne ihn seit eineinhalb Jahren. Mal sehen, ob er nach Paris geht.“ Oder eben nach München.

 

Wenn de Jong kommt – wo soll er spielen?

Wobei sich die Frage stellt, ob Niko Kovac, so er bei einer Verpflichtung des Ajax-Juwels noch Trainer wäre, überhaupt Platz in seiner Mannschaft für einen zentralen Mann wie de Jong hat. Das Überangebot im Mittelfeld hat ja erst dazu geführt, dass Kovac von Beginn an rotieren ließ, damit seiner Auswahl am Ende einer langen Saison nicht die Kräfte ausgehen würden. Von dieser an sich klugen Idee ist Kovac bereits wieder abgerückt, er hat lernen müssen, dass man bei den Bayern immer gewinnen muss, nicht nur die Saison. Also setzt er seit einigen Wochen auf eine feste Konstellation und vertraut seine defensive Achse den Ausnahmetalenten Goretzka und Kimmich an. Was seinen Sportdirektor zu einer neuen Erkenntnis motivierte: „Wir sind auf dem richtigen Weg. Niko hat das Gerüst der Mannschaft gefunden. Ich spüre eine Aufbruchsstimmung, einen Willen. Die Mannschaft hat sich gefunden, da steckt viel FC Bayern drin.“ Mal schauen, wann man das auch über Frenkie de Jong sagen darf. Am Mittwoch hat er Gelegenheit, seine Visitenkarten abzugeben.

Frenkie de Jong Ajax Amsterdam

Führt er seine Mannschaft im Heimspiel zum Sieg, liegt die Quote bei , ein Unentschieden bringt , ein Bayern-Sieg .

Mein Tipp: Ajax gewinnt zwar die erste Halbzeit 3,7, verliert aber am Ende mit 1:3 gegen wiedererstarkte Bayern . „Mister Doppelpack“ Robert Lewandowski trifft auch diesmal zweimal, ihm gelingen die Tore in beiden Halbzeiten .

 

Quoten unterliegen Änderungen.

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