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Dauerlösung Hansi Flick?

Coutinho über neuen Trainer: „Fantastische Arbeit!

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Es ist schon jetzt die Aufsteiger-Geschichte des Jahres. Ehe Hansi Flick die Nachfolge des geschassten Niko Kovac als Cheftrainer beim FC Bayern annahm, verband man mit dem stillen Flick vorrangig seine Zeit als ziemlich unsichtbarer Assistent von Joachim Löw. Selbst sein Wechsel zum großen FCB war bald wieder vergessen. Doch wie es manchmal so ist im Fußball: Stars und Helden werden hier schnell gemacht. Eben noch befanden sich die Münchener nach einer knalligen 1:5-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt in der größten Krise seit Jahren, jetzt ist wieder alles eitel Sonnenschein an der Säbener Straße.

 

Was Flick anders macht als Kovac

Denn Flick hat das geschafft, was Kovac zuletzt offenbar nicht mehr gelang: Er lässt seine hochtalentierten Fußballer wieder an die eigene Stärke glauben. Und daran, was der Trainer ihnen mit auf den Weg gibt. Ein Konzept, eine klare Strategie, eine Linie, an der sich die Kicker orientieren können. Unter Kovac bekam man am Ende den Eindruck, dass es den Spielern ziemlich egal war, was ihr Coach ihnen eigentlich sagen wollte. Bei Flick ist das anders. Er setzt auf eine stabile Defensive, einen schlauen und unnötig umständlichen Spielaufbau und damit ein Fundament für das gewaltige Offensivtalent im Kader der Münchener. Einer von denen, die für sehr viel Geld gekauft wurden, um den Glanz des großen Fußballs in die Allianz Arena zu bringen, ist der Brasilianer Philippe Coutinho. Schon unter Kovac deutete der Ex-Spieler von Jürgen Klopp an, was er alles auf dem Kasten hat, aber Flick hat es geschafft, dem sensiblen Spielgestalter die Freiheiten zu verschaffen, die der für sein Spiel braucht.

Kein Wunder, dass es nun vor allem Coutinho ist, der die Arbeit seines neuen Trainers lobt. „Er hat sich mit uns Spielern schon als Co-Trainer sehr gut verstanden“, erinnerte Coutinho im Interview mit der Münchener Zeitung „tz“ an Flicks Vorgeschichte, „das zahlt sich jetzt natürlich aus. Er hat das Talent, jedem Spieler zu jeder Zeit zu verstehen zu geben, dass er ein wichtiger Baustein innerhalb dieses Gebildes ist.“ Eine entscheidende Qualität in einem so hochkarätig besetzten Kader wie dem der Bayern. Coutinho weiter: „Es muss in der Mannschaft stimmen – und das tut es.“ So einfach kann manchmal Fußball sein.

 

Drei Spiele, drei Siege, 10:0-Tore

Doch all die neue Harmonie und das Verständnis zwischen Trainer und Spielern wäre beim FC Bayern nicht viel wert, wenn die Ergebnisse nicht stimmen würden. Doch genau das ist seit Flicks Amtsübernahme genau der Fall. Einem 2:0-Erfolg in der Champions League gegen Olympiakos Piräus folgte das umjubelte 4:0 im Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund und am vergangenen Wochenende ein nie gefährdeter erneuter 4:0-Triumph gegen Fortuna Düsseldorf. 10:0-Tore und neun Punkte aus drei Spielen – einen besseren Einstand in der Geschichte des FC Bayern hatte als Trainer nur Carlo Ancelotti (13:0-Tore). Nun stellt sich natürlich die Frage, ob aus der angedachten Interimslösung Flick vielleicht eine Dauerbeschäftigung werden sollte. Flicks Vorteil: Er war schon als Spieler beim FC Bayern aktiv, hat sich als Assistent von Joachim Löw den Ruf eines absoluten Experten erworben und kennt spätestens seit seiner Zeit als Co-Trainer jeden Winkel beim FCB. Sein Nachteil: Eigentlich möchte man bei den Bayern wieder einen der ganz großen Namen an der Seitenlinie stehen haben, zuletzt galt der bei Tottenham ausgemusterte Mauricio Pochettino als Favorit auf den Posten. Nur: Warum einen siegreichen Trainer wieder rauswerfen?

Jeder Sieg macht es den Bayern-Bossen schwieriger, auf Flicks Dienste zu verzichten und das Risiko einzugehen, der Mannschaft noch einen neuen Übungsleiter an die Seite zu stellen. Und die Chancen stehen gut für Flick, dass er seinen grandiosen Start als Bayern-Trainer weiter ausbauen wird. Zwar ist der Champions-League-Konkurrent Roter Stern Belgrad in der heimischen Serbischen SuperLiga eine Macht, steht unangefochten an der Tabellenspitze und hat von 16 Partien erst eine verloren, doch in der Königsklasse zeigten sich bereits die Defizite der Mannschaft von Ex-Nationalspieler Marko Marin. Drei Niederlagen aus vier Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Und jetzt kommen auch noch die wiedererstarkten Bayern.

Sorgen machen sie sich in München deshalb auch eigentlich nur wegen der Belgrader Fans. Die gelten als enorm heißblütig und fielen in der Vergangenheit immer wieder durch gewalttätige Übergriffe auf, weshalb die Bayern auch schon eine Reisewarnung an ihre Anhänger ausgegeben haben. Münchener und Belgrader sind also gewarnt. Gut möglich, dass am Ende wieder Hansi Flick als strahlender Sieger den Platz verlässt.

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