Nach Neymar wird PSG auch Cavani gegen Manchester United fehlen.

Tuchel: „Bin besorgt, weil Schlüsselspieler fehlen“.

Zehn Siege in elf Spielen: Uniteds Auferstehung unter Solskjaer.

 

Wenn sich ein Mann mit großen Comebacks im Fußball auskennt, dann der Norweger Ole Gunnar Solskjaer. Der Mann mit dem Hobbit-Gesicht ist jetzt 45 Jahre alt, und in diesem Jahr jährt sich zum 20. Mal jener Abend, der ihn weltberühmt machte. Jener 26. Mai 1999, an dem Manchester United das Champions-League-Finale gegen Bayern München eigentlich schon verloren hatte, ehe United-Trainer Alex Ferguson auf die glänzende Idee kam, erst Teddy Sheringham und schließlich Ole Gunnar Solskjaer einzuwechseln. Der Rest ist große Champions-League-Geschichte: erst gelang Sheringham das 1:1 in der Nachspielzeit, 102 Sekunden später schoss Solskjaer das 2:1 und damit Manchester United in den Fußball-Himmel. Die Bayern waren fassungslos und Solskjaer rutschte auf Knien über den Rasen vom Camp Nou. Ironie der Geschichte: bei dieser Aktion verletzte er sich den Meniskus so schwer, dass er sich letztlich nie wieder richtig davon erholte und später vorzeitig die Karriere beenden musste.

 

Solskjaer: Die beste Interimslösung im europäischen Spitzenfußball

Gerade ist der Norweger dabei, seine eigene United-Legende fortzusetzen. Nicht als Joker, sondern als Boss an der Seitenlinie. Viel zu spät hatten die Verantwortlichen in Manchester realisiert, dass José Mourinho nun so gar nicht zu ihrem Klub passen wollte und hatten in der Not Solskjaer zum Cheftrainer befördert. Eine Interimslösung sollte das sein, aber Stand jetzt hat der neue alte Mann von elf Partien zehn gewonnen, United zurück in die Spitzengruppe der Premier League geführt (Platz 4) und allein das dürfte ihn beim Anhang der Nordengländer nur noch beliebter gemacht haben.

Manchester United Training

Am Dienstagabend empfangen die Briten Paris St. Germain zum Hinspiel im Achtelfinale der Champions League und wie schnelllebig der Fußball ist, zeigt sich sehr gut an der Entwicklung im Vorfeld dieser Partie. Als beide Mannschaften einander zugelost wurden, lag United in Trümmern und zog PSG mit seinen Superstars Neymar, Cavani und Mbappé einsam seine Kreise in der heimischen Liga, wo die Meisterschaft eh fest eingeplant ist. Die Vereinsbesitzer aus Katar haben die vielen Millionen Euro in der Vergangenheit ganz sicher nicht investiert, um die im internationalen Vergleich eher schwache Ligue 1 zu dominieren, sondern um sich Europas Krone aufsetzen zu können. Ein Sieg der aufgepimpten Pariser gegen das schwächelnde United war auf dem Weg dahin fest eingeplant, doch nun ist aus Manchester United wieder eine vor Energie strotzende Siegesmaschine geworden und PSG gehen ausgerechnet vor Beginn der K.o.-Phase die wichtigsten Spieler aus. Allen voran Neymar, der mit einem Mittelfußbruch noch wochenlang pausieren muss. Und nun hat sich am Wochenende auch noch Edison Cavani an der Hüfte verletzt. Der hat in der Liga bereits 17 Tore geschossen, zwei in der Champions League, vor allem aber ist er im System des deutschen Trainers Thomas Tuchel eine zentrale Figur in der Offensive, der allein mit seiner körperlichen Präsenz Freiräume schafft, die Wunderjunge Mbappé und Kollegen auch in dieser Saison so beeindruckend nutzen konnten. Entsprechend niedergeschlagen wirkte das Urteil von Tuchel nach Cavanis Verletzung: „Ich bin besorgt, weil Schlüsselspieler fehlen. Für die großen Spiele in der Champions League ist es absolut notwendig, auf solche Spieler mit viel Erfahrung zurückgreifen zu können.“

 

PSG: Tuchels Super-Trio hat zusammen 64 Tore erzielt

Nun stehen Tuchel in seinem fast eine Milliarde (!) Euro teuren Luxuskader natürlich noch genügend andere Klassespieler in der Offensive zur Verfügung, allen voran der Italiener Marco Verratti, Julian Draxler oder Ángel Di María, aber wirklich außergewöhnlich ist diese Mannschaft nun mal vor allem dank des unglaublichen Trios Neymar-Cavani-Mbappé. Allein in der laufenden Saison haben die drei gemeinsam sage und schreibe 64 Tore geschossen und 33 vorbereitet. Wenn Tuchel ausgerechnet gegen das wiedererstarkte United zwei aus dieser Gruppe fehlen, dann kann man seine Sorgen durchaus verstehen.

Neymar, Cavani, Mbappe

Entsprechend zurückhaltend sind die Buchmacher, deren Quoten vor zwei Monaten ganz sicher noch anders ausgesehen hätten. Aktuell gibt es für einen Sieg von Manchester gar eine geringere Quote als für einen Erfolg von PSG .

Mein Tipp: Beide Teams treffen bereits in der ersten Halbzeit , doch am Ende setzt sich United mit 2:1 durch und erhält sich so die Chance auf das Weiterkommen. Dem unter Solskjaer grandios aufspielenden Weltmeister Paul Pogba gelingt dabei das entscheidende Tor zum 2:1-Endstand .

 

Quoten unterliegen Änderungen.

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