Vor dem Rückspiel: Wie stehen die Chancen für den Gastgeber?

Liverpools Macht in Defensive und Offensive

Porto und die Kunst der Transferwelt

 

Kennen sie Éder Militão? Alex Telles? Felipe? Moussa Marega? Falls ja, möchten wir ihnen gratulieren, sie haben wirklich Ahnung von Fußball. Bei den vier Genannten handelt es sich um Stammspieler aus dem Kader des FC Porto, der am Mittwochabend versuchen wird, doch noch das Halbfinale der Champions League zu erreichen. Das Problem dabei ist: Gegner im heimischen Estádio do Dragão, dem Drachenstadion, wird der FC Liverpool sein. Eine Mannschaft, vollgepackt mit Fußballern, die auch Interessierte kennen dürften, die in dieser Spielzeit nur aus Versehen in die Königsklasse gezappt haben. Der Fußball-Überdruss treibt manchmal merkwürdige Blüten. Da kommt eine Mannschaft ins Viertelfinale und der vermeintliche Sportjournalist und Autor dieses Textes muss erstmal nachschauen, wer dieser Moussa Marega eigentlich ist: ein 1,83 Meter großes Kraftpaket aus Mali, das seit 2016 beim FC Porto unter Vertrag steht und in dieser Saison in der heimischen Liga in 24 Spielen acht Tore geschossen und sieben vorbereitet hat. Noch besser seine Quote in der Champions League: sechs Tore und drei Vorlagen in acht Spielen, das macht ihn zum wichtigsten Spieler seiner Mannschaft.

 

Top-Leistungen in der Jugendarbeit und auf dem Transfermarkt

Der Fall Marega zeigt aber auch, dass es der FC Porto mal wieder geschafft hat, unterhalb des Radars segelnd die großen Klubs aus Europa zu ärgern. Zweimal, 1987 und 2004, gewann man sogar den Wettbewerb, auch damals hatte der Verein maximal die Geheimfavoritenrolle inne. Aber in Porto sind zurecht stolz darauf, dass sie nicht nur herausragende Talente hervorbringen, sondern auch über eine erstaunlich gut vernetzte und qualitativ hochwertige Scoutingabteilung verfügen. Die Kunst eines Vereins wie dem FC Porto ist es ja, in der zweiten und dritten Reihe nach Fußballern zu suchen, die das Potential haben, es doch nach ganz oben zu schaffen. So beschafft sich der Verein vergleichsweise günstige Spieler, die er dann im Idealfall teuer weiterverkauft – nur so kann sich Porto die Grundlage schaffen, regelmäßig auf Europas ganz großer Bühne aufzutauchen.

Gut möglich allerdings, dass der FC Liverpool in dieser Saison noch eine Klasse zu gut für die Portugiesen sein wird. Im Hinspiel dominierte die Mannschaft von Jürgen Klopp die erste Halbzeit so eindeutig, dass einem schon Angst und Bange um die die überforderten Gäste aus Porto wurde. Dass es am Ende doch nur 2:0 für Liverpool stand, hatte mit dem deutlichen Leistungsabfall in den zweiten 45 Minuten zu tun. Vermutlich wird das Ergebnis Klopp und seinen Spielern aber reichen, zu eingespielt wirkt die Mannschaft, die sich in der aktuell vermutlich besten Liga der Welt seit Wochen ein episches Wettrennen um den Meistertitel in der Premier League mit dem Manchester City liefert. Mit den anfangs erwähnten Éder Militão, Alex Telles und Felipe verfügt Porto zwar über eine stabile Defensive, aber gegen die Offensivgewalt von Firmino, Salah und Sané sind in dieser Spielzeit schon bessere Abwehrreihen eingeknickt. Klopps Geheimnis für den derzeitigen Erfolg liegt ja auch darin, dass er fast alle Mannschaftsteile gleichwertig besetzt hat – die Leistungen der Defensive, angeführt vom Holländer Virgil van Dijk, werden häufig sogar noch mehr abgefeiert, als die Tore von Salah und Co.

 

Porto hat noch 90 oder 120 Minuten Zeit

Der Geheimfavorit FC Porto hat jetzt noch einmal 90 bzw. 120 Minuten Zeit, um Europa mal wieder zu beweisen, dass mit diesem Klub immer zu rechnen sein muss. Vielleicht ist es ja dann tatsächlich Moussa Marega, der Porto noch ins Halbfinale schießt. Spätestens dann sollte man sich diesen Namen sehr gut einprägen.

Liverpool vs. Porto - UEFA Champions League

Für einen Sieg der Portugiesen liegt die Quote bei , gewinnt Liverpool gibt es nur .

Mein Tipp: Porto erkämpft sich am Ende ein wackeres Unentschieden und scheidet mit fliegenden Fahnen aus dem Wettbewerb aus. Im Spiel fallen mehr als 2,5 Tore, wobei beide Teams auf mehr als 3,5 Ecken kommen .

 

Quoten unterliegen Änderungen.

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