Erstes Länderspiel nach der Ausbootung von Hummels, Müller und Boateng. Verletzungssorgen bei Testspielgegner Serbien. Löw setzt auf Bundesliga-Talente.   Die Entwicklungen im Fußball beweisen uns Normalsterblichen vor allem eine Sache: Dass wir leider immer älter werden. War es nicht erst gestern, als ein blutjunger Bayer mit dünnen Beinchen die Fußball-Welt durcheinanderwirbelte und Deutschland auf einmal wieder einen Torschützenkönig der WM stellen durfte? Oder dieser gut aussehende Innenverteidiger von Borussia Dortmund, der so elegant seine Zweikämpfe gewann, dass die noch Älteren an Franz Beckenbauer erinnert wurden? Dazu ein vielfach tätowierter Mann mit dem klanghaften Namen Jerome Boateng, an dem viele Jahre kein Vorbeikommen war – und wenn, dann nur für Lionel Messi.  

Müller, Hummels und Boateng sind jetzt DFB-Geschichte

Doch jetzt sind Thomas Müller, Mats Hummels und Jerome Boateng DFB-Geschichte, Nationaltrainer Joachim Löw hat seinen langjährigen Fachkräften mitgeteilt, dass er sie in Zukunft nicht mehr einladen werde. Das hat Löw eine Menge Kritik eingebracht, aber Trennungen sind eben immer schmerzhaft. Ob sie sinnvoll waren, lässt sich meist erst später wirklich beurteilen. Und so kommt Löw das anstehende Testspiel gegen Serbien gerade recht. Jetzt ist es an den Neulingen, dem Chefcoach der Deutschen Nationalmannschaft zu beweisen, ob sie die von den Weltmeistern hinterlassenen Lücken auch ausfüllen können. Deutschland vs. Niederlande Das degradierte Bayern-Trio war auch im Vorfeld des Testkicks das wichtigste Thema, dabei sind doch gerade die neu Nominierten viel spannender. Als da wären: Niklas Stark von Hertha BSC, Lukas Klostermann von RB Leipzig und Maximilian Eggestein von Werder Bremen. Während Stark sich in der durch den Wegfall von Boateng und Hummels recht verwaisten Innenverteidigung beweisen soll, ist der Leipziger Klostermann eine Alternative für die seit Jahren eher unzureichend besetzte Außenbahn in der defensiven Viererkette. Der Bremer Eggestein ist hingegen im zentralen Mittelfeld zu Hause, für Werder spielt der junge Mann bislang eine bärenstarke Saison, die Nominierung für das Spiel gegen Serbien ist der gerechte Lohn für glänzende Leistungen als Spielgestalter. Gerade Eggestein gilt als Löw-Stammspieler der Zukunft. Derweil hat der frühere Bremer Mladen Krstajic in seiner Funktion als Nationaltrainer seines Heimatlandes mit Verletzungssorgen zu kämpfen. Sowohl Kapitän Aleksandar Kolarov (AS Rom), als auch die Mittelfeldspieler Nemanja Matic (Manchester United), Ljubomir Fejsa (Benfica Lissabon) und Stürmer Aleksandar Prijovic werden Krstajic in Wolfsburg nicht zur Verfügung stehen. Immerhin: bei Kolarov und Fejsa besteht noch Hoffnung auf einen Einsatz beim Auftakt der EM-Qualifikation in Portugal am nächsten Montag (20.45 Uhr). „Ich glaube an meine Spieler, sie werden ihr Maximum geben", hat Krstajic gesagt und genau das wünscht sich auch Jogi Löw vom kommenden Gegner.  

Zähne zeigen: Löw vor dem ersten Härtetest des Jahres

Für ihn und seinen Stab um Manager Oliver Bierhoff und Co-Trainer Markus Sorg bietet der Start ins turnierfreie Jahr die Möglichkeit für einen Neuanfang, Beobachter sprechen gar von der „Stunde null“ für die DFB-Auswahl, die nach dem Vorrunden-Aus bei der WM 2018 und dem schwachen Abschneiden der deutschen Europapokalteilnehmer besonders im Fokus steht. Mit dem eingeleiteten Generationenwechsel hat Löw schon einmal den Anfang gemacht, jetzt muss er selbst auch beweisen, ob er flexibel genug ist, um sich den ständig verändernden Gegebenheiten im Weltfußball auch entsprechend anzupassen. Der Auftakt gegen Serbien ging schon einmal schief. Aber das hatte diesmal keine sportlichen Gründe: bei der Begrüßung der Mannschaft in Wolfsburg fehlte Löw aufgrund einer Zahn-OP. Bleibt abzuwarten, wie viele Zahnschmerzen ihm seine neu zusammengestellte Auswahl in diesem Fußball-Jahr bringen wird. Manuel Neuer Geht es nach den Buchmachern, wird Löw nicht viel zu befürchten haben. Die Quote für einen Heimsieg der Deutschen liegt bei 1,4, 7 gibt es für einen Erfolg von Serbien. Mein Tipp: Der Umbruch hat der deutschen Mannschaft besser getan, als viele Kritiker es zu glauben scheinen, eine verjüngte DFB-Auswahl sorgt von Beginn an für ein Spektakel, schon der ersten Halbzeit fallen mehr als 2,5 Tore (6), wobei beide Teams treffen (4,6). Am Ende gewinnt Deutschland mit 4:2 (46), wobei dem Leverkusener Juwel Kai Havertz das erste Tor gelingt (6).  
Quoten unterliegen Änderungen.

An der Diskussion teilnehmen