Paderborn empfängt HSV im Viertelfinale. Erinnerungen an das Skandalspiel von Robert Hoyzer. Minimalisten aus Hamburg setzen auf Lasogga.   Fußballspiele sind immer auch Erinnerung. Erinnerung an besondere Tore, besondere Auftritte, legendäre Torwartpatzer oder dramatische Schlussminuten. Das gilt vor allem und ganz besonders für den Pokal, denn wie jedes kurvenerprobte Kind weiß, hat der seine eigenen Gesetze. Womit wir bei der Viertelfinal-Begegnung zwischen dem SC Paderborn und dem Hamburger SV wären. Na, klingelt es? Am 21. August 2004 trafen beide Teams im Pokal aufeinander, Paderborn damals als Drittligist, der HSV noch als Dino der Bundesliga. Wer damals bei beiden Mannschaften auf dem Platz stand und wer die Tore schoss, das wissen nur noch Kenner beider Teams. Aber der Name des Schiedsrichters bleibt unvergessen: Robert Hoyzer. Das Schiri-Talent sorgte mit kuriosen Entscheidungen dafür, dass der HSV aus dem Wettbewerb flog, später kam heraus, dass Hoyzer die Partie für 67.000 Euro und einen hübschen Flachbildfernseher an den kroatischen Wettpaten Ante Sapina verschoben hatte. Hoyzer flog auf und wurde hart bestraft: eine jährliche Rate an den DFB über 8400 Euro muss er noch bis 2026 bezahlen, seine lebenslange Sperre als Schiedsrichter wurde zwar später aufgehoben, aber Hoyzer hat nie wieder hoch gepfiffen. Hamburger SV 15 Jahre ist das auch schon wieder her und wie schnell die Zeit vergeht, zeigt auch der Blick auf die aktuelle Tabelle der 2. Bundesliga. Da stehen der HSV (Platz 2, 51 Punkte) und der SC Paderborn (Platz 4, 44 Punkte) nämlich recht nah beieinander, die Hamburger Dino-Zeiten sind längst Geschichte. Was den sportlichen Reiz dieses Viertelfinalspiels nur noch erhöht – und die unrühmliche Geschichte hoffentlich schnell verblassen lässt. Beide Teams befinden sich leistungstechnisch auf Augenhöhe, beide haben sehr gute bis gute Chancen auf den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Was vor allem beim SC Paderborn verwundert, schließlich spielte der vor einem Jahr noch in der 3. Liga und rutschte nur deshalb nicht in die Regionalliga ab, weil 1860 München die Lizenz für Liga 3 verweigert wurde.  

Paderborns Pokal-Torjäger ist ein Innenverteidiger

Trainiert wird der SCP von einem alten Bekannten aus dem deutschen Spitzenfußball: Steffen Baumgart, ein ehemaliger Stürmer, der seine Tore vor allem für Hansa Rostock schoss. Ähnlich offensiv, wie man Baumgart früher als Aktiven sah, lässt der auch seine Mannschaft auftreten, die 61 Saisontore in der 2. Liga sind zweitbester Wert nach Spitzenreiter Köln (68). Wesentlich nüchterner sieht die Statistik beim Pokal-Gegner aus, die Minimalisten aus Hamburg haben das Kunststück geschafft, mit 38 Toren in 26 Spielen 51 Punkte einzufahren – selbst Arminia Bielefeld auf Rang zehn hat mehr Treffer erzielt (40). Hamburgs Lebensversicherung heißt wie so oft in den vergangenen Jahren Pierre-Michel Lasogga. Der hat in bislang 24 Saisoneinsätzen 17 Tore erzielt, vier davon im Pokal. Ihn muss die Paderborner Verteidigung um Routinier Uwe Hünemeier in den Griff bekommen, um weiter von Berlin träumen zu dürfen. Hünemeier, in der Liga derzeit Rot-gesperrt, ist übrigens mit drei Toren Paderborns bester Stürmer im Pokal. SC Paderborn  

HSV nur 0:0 in der Generalprobe gegen Bochum

Die Generalprobe für das Duell gegen den HSV ist Paderborn gelungen. Im Duell um den Relegationsplatz gegen Union Berlin hatte der Aufsteiger am Ende mit 3:1 die Nase vorn. Derweil ließ der HSV beim schmucklosen 0:0 gegen den VfL Bochum Federn und scheint nach der 2:3-Niederlage in der Vorwoche gegen Darmstadt derzeit angeschlagen. Doch gerade für die Hamburger bietet der DFB-Pokal die große Möglichkeit, in der kommenden Saison im Europapokal antreten zu können. Für das Selbstverständnis in dieser Stadt eigentlich eine Pflichtaufgabe. Und doch wissen wir es nicht erst seit Robert Hoyzer: der Pokal hat eben seine eigenen Gesetze. Eines davon lautet: Alles ist möglich. Bei den Buchmachern ist die Partie so ausgeglichen, wie es der Tabellenstand erahnen lässt. Für einen Heimsieg der Paderborner gibt es eine Quote von , bei einem Erfolg der Hamburger. Mein Tipp: Der HSV kann sich auch im Viertelfinale auf das Tor-Ungeheuer Lasogga verlassen und gewinnt letztlich klar mit 2:0 .  
Quoten unterliegen Änderungen.

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