Mehr als 8500 Frankfurter in Rom erwartet.

Beide Teams sind bereits für die Zwischenrunde qualifiziert.

Bobic: „Von uns wird niemand hören, dass wir müde sind“.

 

Wie geht man nur in so ein Spiel? Wenn morgen Lazio Rom und Eintracht Frankfurt im Olympiastadion von Rom aufeinandertreffen, geht es rein statistisch um nichts mehr. Die Eintracht ist nach fünf Siegen in fünf Spielen in der Europa League klarer Tabellenführer und kann auch bei einer hohen Niederlage nicht mehr von den Italienern eingeholt werden. Die wiederum sind mit neun Punkten ebenfalls sicher in der Zwischenrunde. Worum geht es also noch?

 

Alle Karten längst vergriffen, Rom stellt sich auf tausende deutsche Fußball-Touristen ein

Da wäre zum einen das große Spektakel, das ein solches Duell verspricht. Sowohl Lazio als auch Frankfurt verfügen über sehr große und aktive Fanszenen – leider auch über genügend gewaltbereite Anhänger. Schon im Hinspiel war es zu Auseinandersetzungen gekommen. Für das Auswärtsspiel in Italiens Hauptstadt werden bis zu 10.000 Frankfurter Fußball-Touristen erwartet, die 8500 zur Verfügung stehenden Karten sind längst vergriffen. Die Frankfurter Vereinsführung fühlte sich genötigt, eine Reisewarnung für den Trip nach Rom rauszugeben. Fraglich, ob so eine Scharfmacherei wirklich sinnvoll ist. Gleichzeitig sind die Laziali nicht wirklich als gut gelaunte Gastgeber bekannt, als 2013 Borussia Mönchengladbach zu Besuch kam, wurde ein Gladbacher bei einer Messerattacke verletzt. Zehntausende andere aber feierten eine große Party, unvergessen sind die Szenen auf der Spanischen Treppe, als tausende Gladbacher mit einem immer wieder in die Höhe gekickten Fußball für große Unterhaltung sorgten.

SS Lazio Rom

Sportlich wiederum mag zwar alles entschieden sein, aber nach zwei Niederlagen in den vergangenen beiden Bundesligaspielen gegen Wolfsburg und Hertha, wollen die Hessen sicherlich vermeiden, auch in Rom unter die Räder zu kommen. So eine Fußball-Mannschaft ist ein sensibles Konstrukt, Selbstvertrauen gerade für einen Außenseiter in der Spitzengruppe wie den amtierenden Pokalsieger überlebensnotwendig. Auch deshalb fühlte sich Sportvorstand genötigt, mögliche Diskussionen über einen Aderlass am Ende des Jahres gleich im Keim zu ersticken: „Von uns wird nie jemand hören, dass wir müde wegen der Doppelbelastung sind. Das spielt sich alles nur im Kopf ab.“

 

Hütter gibt Torwart Rönnow eine Chance

Für Trainer Adi Hütter sind solche Spiele eine gute Gelegenheit, Stammkräfte zu schonen und gleichzeitig junge Spieler an der Erfahrung Europapokal wachsen zu lassen. Für Kevin Trapp wird deshalb Frederik Rönnow zwischen den Pfosten stehen, eine besondere Herausforderung für den 26-jährigen dänischen Nationaltorwart, der im Schatten von Trapp zu einem Torwart von internationaler Klasse heranwachsen will. Sein Trainer sagt: „Frederik hat sich den Einsatz mit guten Trainingsleistungen verdient.“ Auch dafür sind solche Partien gut: den Ersatzleuten Einsatzzeit zu verschaffen, um mögliche Unruhen im Team gar nicht erst entstehen zu lassen.

Rönnow

Wie auch immer die Partie gegen Lazio ausgehen wird, die Eintracht hat in Europa eine echte Duftmarke gesetzt. Für Berti Vogts, 1974 als Spieler Weltmeister und später Trainer der deutschen Europameistermannschaft von 1996, sind die Hessen gar ein Mitfavorit auf den Titelgewinn: „Sie werden häufig als junge Wilde dargestellt, treten aber sehr reif und zielstrebig auf“, schrieb Vogts in seiner Kolumne für das Nachrichtenportal t-online.de: „Und sie haben internationale Erfahrung im Kader mit Spielern wie Kevin Trapp, Makoto Hasebe oder aber auch Ante Rebic, der ja immerhin schon ein WM-Finale gespielt hat.“

Für einen Auswärtssieg der Frankfurter in Rom liegt die Quote bei , ein Sieg der Gastgeber bringt , ein Unentschieden .

Mein Tipp: Lazio gewinnt die erste Halbzeit und geht mit einer 2:1-Führung in die Pause , dann aber kommt die Eintracht und gewinnt nach Rückstand am Ende mit 3:2.

 

Quoten unterliegen Änderungen.

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