Benfica vs. Eintracht Frankfurt: Wer kommt ins Halbfinale?

SGE-Star Jovic: „Können jeden schlagen“

Heynckes schwärmt von Danny da Costa

 

Eintracht Frankfurt, das kann man so sagen, hat schon schlechtere Zeiten erlebt. Die kompletten Nuller Jahre verbrachte der Verein in einem merkwürdigen Zustand zwischen Tristesse und Abstiegsangst, und wer den leidgeprüften Anhängern damals erzählt hätte, dass ihr Klub im Jahr 2019 gute Chancen hat, ins Halbfinale der Europa League einzuziehen, sich in der Bundesliga für die Champions League zu qualifizieren und einen der wertvollsten Stürmer auf dem Transfermarkt in den eigenen Reihen hat, der hätte wohl einen Bembel voller Apfelwein auf den Kopf bekommen.

 

Jovic-Entdecker: „Ich würde mir wünschen, dass er geht“

Doch die rosige Realität sieht genauso aus. Am Donnerstagabend spielt die Eintracht das Hinspiel im Viertelfinale der Euro League bei einem der Größen in Europas Fußball und hat dabei beste Chancen, ins Halbfinale des Wettbewerbs vorzustürmen. Dafür spricht die große Qualität im Kader von Trainer Adi Hütter. Im Fokus steht natürlich Angreifer Luka Jovic, den die Eintracht einst von Benfica auslieh und sich schlauerweise eine Kaufoption von sechs Millionen Euro in die Papiere eintragen ließ. Gegenwärtig soll der 21-jährige Stürmer bereits das zwölffache wert sein, die großen Klubs stehen Schlange. Einer seiner früheren Entdecker, Tomislav Milicevic, hat Jovic bereits ermutigt, sich bereits zur neuen Spielzeit einen neuen Arbeitgeber zu suchen: „Frankfurt war für ihn ein Sprungbrett, um seine Karriere jetzt im Ausland fortzusetzen. Der Schritt zu einem großen Klub wäre nicht zu früh. Ich würde mir wünschen, dass er geht. Ich würde es ihm sogar empfehlen. Dann wird er noch stärker.“ Noch stärker ist Jovic tatsächlich mit jeder neuen Saison geworden, aktuell hat er wettbewerbsübergreifend 24 Tore in 38 Spielen erzielt, dazu kommen sieben Vorlagen.

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Die Erfahrungen der Vergangenheit haben gezeigt, dass so ein Mann für einen Verein wie Eintracht Frankfurt eigentlich nicht zu halten ist – wenn nicht der Spieler unbedingt bleiben möchte. Es passt zur Glückssträhne der Frankfurter in den vergangenen Jahren, dass Jovic angeblich genau das vorhat. Die „Frankfurter Rundschau“ hat das vermeldet und beruft sich dabei auf enge Vertraute aus dem Umfeld des Spielers. Schon zur Winterpause hatte der gesagt: „Ich würde nächste Saison gerne hier spielen. Wenn wir die Champions League erreichen, werden sie mich hier nicht los. Die Verantwortlichen im Verein werden das entscheiden. Was mich betrifft, würde ich gerne bei der Eintracht bleiben.“ Ein Weiterkommen gegen seinen ehemaligen Klub Benfica würde da sicherlich weiterhelfen. Dass die SGE dazu in der Lage ist, davon ist Jovic überzeugt: „Benfica ist eine technisch sehr versierte Mannschaft, es wird schwer gegen sie. Aber mit einer guten Leistung können wir uns durchsetzen. Die Chancen stehen 50:50. Wenn wir unsere Leistung abrufen, können wir jeden schlagen – und somit auch Benfica.“

 

Heynckes über da Costa: „Er hat fußballerisch etwas drauf“

Doch es ist nicht nur Jovic, der in dieser Saison glänzt, der frühere Frankfurt-Trainer Jupp Heynckes hat in einem Interview mit der Vereinshomepage geradezu überschwänglich einen seiner früheren Schützlinge gelobt. Danny da Costa, unermüdlicher Arbeiter in Frankfurts Defensive, gab vor acht Jahren unter den damaligen Bayer-Leverkusen-Coach Heynckes sein Debüt. „Es freut mich ungemein, dass Danny da Costa solch eine Entwicklung genommen hat als Spieler“, sagt Heynckes, „er war damals sehr zurückhaltend. Aber man hat seine läuferische und physische Stärke schon erkannt, und er hat fußballerisch etwas drauf.“ Eine stabile Defensive wird auch von Nöten sein, denn erstens hat Benfica als Tabellenführer in der heimischen Liga bereits 77 Tore in 28 Spielen erzielt und zweitens hat der Klub eine geradezu sensationelle Heimspiel-Quote in der Europa League. Seit der Einführung des neuen Wettbewerbs zur Saison 2009/10 haben die Portugiesen in 20 Spielen 17 Mal gewonnen und nur dreimal Unentschieden gespielt. Niederlagen? Fehlanzeige.

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Ausgerechnet ein früherer Stürmer von Benfica will genau das ändern. Für die Eintracht ist auf dem Weg Richtung Finale vor allem eines wichtig: eine gute Grundlage schaffen für das Rückspiel im heimischen Waldstadion.

Für einen Auswärtserfolg der Frankfurter steht die Quote bei , ein Unentschieden bringt , ein weiterer Heimsieg der Gastgeber .

Mein Tipp: Die Eintracht geht durch Jovic in Führung , bis zur Halbzeit kann Benfica aber zum 1:1 ausgleichen . Endstand nach 90 Minuten: 2:2 – beste Chancen für die Eintracht im Wettbewerb zu bleiben.

 

Quoten unterliegen Änderungen.

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