Im ersten Länderspiel nach der WM-Pleite trifft die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in der UEFA Nations-League am sechsten September auf Weltmeister Frankreich. Der Kader der französischen Mannschaft hat sich im Vergleich zum Weltmeisterteam kaum verändert. Allerdings fehlen die Torhüter Hugo Lloris und Steve Mandanda.   Auch bei den Deutschen sind die personellen Veränderungen eher sanft als radikal ausgefallen. 17 von 23 Spielern im aktuellen Kader waren bei der WM dabei.   Am sechsten September trifft die deutsche Fußballnationalmannschaft in der neuen UEFA Nations-League auf den amtierenden Weltmeister Frankreich. Viele deutsche Fans werden dieses Spiel mit großer Spannung erwarten. Während die Franzosen weitgehend mit ihrem Weltmeisterteam antreten, gibt es bei den Deutschen mehr Veränderungen. Ein radikaler personeller Umbruch hat aber nicht stattgefunden. Steht das Spiel für einen Neuanfang der Deutschen nach dem Aus in der Gruppenphase der WM 2018? Oder doch eher für Stillstand?  

Spielt die deutsche Nationalmannschaft mit Herz?

Es muss am sechsten September in München vielleicht nicht einmal ein Sieg gegen Frankreich sein, der die Fans und Kritiker der deutschen Nationalelf zufriedenstimmt. Gegen einen amtierenden Weltmeister kann man verlieren, selbst wenn man sehr gut spielt. Deshalb könnte eine knappe Niederlage nach einem beherzten Spiel mit Toren und Chancen auf beiden Seiten durchaus ausreichen. Vielen deutschen Fans geht es vielleicht vor allem darum, ein deutsches Team zu sehen, das ideenreich ist, kämpft und Tore schießen kann. Frankreich Es wäre sehr übertrieben und unpassend, das Spiel der deutschen Nationalelf gegen die Franzosen als Schicksalsspiel für Jogi Löw zu bezeichnen. Selbst wenn dem deutschen Team gegen Frankreich erneut das Feuer fehlen sollte, wenn erneut Ideenlosigkeit im deutschen Spiel vorherrscht, wird Löw wohl weiter auf der Bank der Nationalelf sitzen. Aber die Stimmen der Kritiker dürften in solch einem Fall lauter werden und die Situation für Jogi Löw noch etwas schwieriger. Bereits am neunten September folgt nach dem Frankreichspiel ein Testspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Peru. Zusammen werden beide Spiele wohl ein genaueres Bild vom aktuellen Zustand der deutschen Nationalmannschaft ergeben.  

Im Kader setzt Deutschland auf sanfte Veränderungen

Joachim Löw hat sich nach der WM in Selbstkritik geübt und die Nationalmannschaft sanft verändert. Sanft bedeutet: 17 von 23 Spielern standen bereits im Kader der WM-Mannschaft. Jonas Hector vom 1. FC Köln wird allerdings nach Rücksprache mit Jogi Löw trotz seiner Nominierung wegen des frühen Saisonstarts der Zweiten Liga und einer daraus folgenden hohen Belastung nicht an den Spielen gegen Frankreich und Peru teilnehmen. Deshalb gehören aktuell 16 von 22 antretenden Spielern zum ehemaligen WM-Team. Ein großer Umbruch sieht sicherlich anders aus. Vielleicht muss er aber auch gar nicht sein. Vielleicht reichen kleine personelle Veränderungen, der Biss neuer Spieler und der Wille der Etablierten, wieder einmal zu zeigen, dass sie als Spieler eines Top-Team gegen ein Top-Team richtig guten Fußball spielen können. Nicht mehr im aktuellen Kader der Deutschen sind neben den zurückgetretenen Spielern Mesut Özil und Mario Gomez Torwart Kevin Trapp, der verletzte Marvin Plattenhardt, Sebastian Rudy und Sami Khedira. Zurück ins Nationalteam kommen Nils Petersen, Jonathan Tah und Leroy Sané, dessen Nichtnominierung für die WM 2018 viele kritisiert hatten. Komplett neu im Kader sind Kai Havertz von Bayer Leverkusen, Nico Schulz von der TSG 1899 Hoffenheim und Thilo Kehrer von Paris Saint Germain.  

Frankreich tritt fast unverändert auf

Das deutsche Team trifft auf eine französische Mannschaft, die weitestgehend dem Weltmeisterteam gleicht. Allerdings fehlen die WM-Torhüter Steve Mandanda und Hugo Lloris. Zunächst hieß es, dass Steve Mandanda – die Nummer 2 des französischen Weltmeisterteams – aufgrund einer Verletzung fehlen wird. Für ihn kam Torwart Benoit Costil von Girondins Bordeaux in den Kader. Frankreich Anschließend wurde bekannt, dass sich mit Hugo Lloris auch der Kapitän des Teams und die Nummer 1 im französischen Tor verletzt hat. Nun könnte gegen Deutschland mit Alphonse Aréola die Nummer 3 des Weltmeisterteams im französischen Tor stehen. Möglicherweise nachnominiert wird Torwart Benjamin Lecomte von Montpellier. Bei den französischen Feldspielern ist selbst Adil Rami weiter im Team, obwohl er nach dem WM-Finale seinen Rücktritt bekanntgegeben hatte. Bei den Sportwetten auf das Fußballspiel „Deutschland  vs. Frankreich “ wird das deutsche Team leicht favorisiert.  

Die Nations-League ist ein neues UEFA-Format

Die UEFA Nations-League wird 2018/2019 erstmals ausgetragen. Alle 55 UEFA-Mitglieder nehmen an diesem neuen Format teil. Es gibt vier Ligen mit jeweils vier Gruppen, in denen drei bis vier Nationalmannschaften gegeneinander spielen. Liga A ist die höchste und Liga D die niedrigste. Der Sieg der Nations-League wird ausschließlich in den Spielen der Liga A ermittelt. Auf- und Abstiege garantieren eine Durchlässigkeit der Ligen. Deutschland befindet sich mit Frankreich und den Niederlanden in Gruppe 1 der Liga A. Die jeweils vier Gruppenersten spielen im Halbfinale und Finale um den Sieg in der Nations-League.  
Quoten unterliegen Änderungen.

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