Ein Sieg der Niederländer im Spitzenspiel gegen Frankreich würde die DFB-Elf in Liga B schicken. Frankreich ohne Pogba und Martial, Deschamps nominiert erstmals Gladbacher Plea. Bondscoach Koeman: „Schön, dass die Leute an uns glauben“.   Die Rivalität zwischen Deutschland und den Niederlanden hat im Fußball eine lange Tradition. 1974 standen sich beide Teams im WM-Finale gegenüber, die Niederländer um Superstar Johan Cruyff waren die bessere Mannschaft, am Ende gewann dann doch Deutschland. 1988 revanchierte sich „Oranje“ mit dem Sieg im EM-Halbfinale und der ganze Druck und der Hass gipfelte darin, dass sich Verteidiger Ronald Koeman nach dem Schlusspfiff mit dem Trikot des Deutschen Olaf Thon demonstrativ den Hintern abwischte. Noch schlimmer wurde es zwei Jahre später im WM-Achtelfinale, als Frank Rijkaard völlig die Kontrolle verlor und Rudi Völler in die schönen Locken spuckte.  

Selbst die Spucke in Völlers Haaren ist vergessen

Das ist lange her, Rijkaard und Völler sind längst Freunde, die alte (und aufgrund der Gräueltaten während des 2. Weltkriegs historisch bedingte) Rivalität ist zu einer rein sportlichen Auseinandersetzung unter Nachbarn runtergekühlt und Trikottäter Koeman ist seit Februar 2018 Nationaltrainer seines Heimatlandes. Dass nun ausgerechnet dieser Koeman dafür sorgen kann, dass Deutschland gleich in der erstmals ausgetragenen Nations League in die Zweitklassigkeit abrutscht, ist dann doch eine spezielle Pointe in der besonderen Geschichte beider Länder. Nationalmannschaft Niederlande Gewinnt die Niederlande ihr Rückspiel gegen Weltmeister Frankreich (Anstoß Freitag, 20:45 Uhr) im vollbesetzten De Kuip von Rotterdam, wäre die Auswahl von Joachim Löw unabhängig von ihrem Ergebnis gegen die Niederlande am Montag in die Liga B der Nations League abgestiegen. Eine brisante Konstellation, die Bondscoach Koeman nach eigener Aussage aber nur marginal interessiert: „Für mich ist das Wichtigste, dass wir in der EM-Qualifikation Gruppenkopf sind. Dann haben wir es da etwas leichter.“ Sprich: Mir doch egal, was mit den Deutschen passiert, wir wollen gegen Frankreich gewinnen, weil der Erfolg oder Misserfolg in der Nations League Einfluss auf die Auslosung der EM-Qualifikation hat. Noch wichtiger als dem großen Nachbarn aus Deutschland eins auszuwischen ist auch der niederländischen Öffentlichkeit, dass die eigene Nationalmannschaft unter Koeman wieder aufregenden Fußball spielt, für den die Niederlande eigentlich schon immer stand. Doch in der jüngeren Vergangenheit spielte Oranje nicht nur unansehnlich, sondern auch noch erfolglos: die Qualifikation für die WM in Russland wurde verpasst. Koeman sagt: „Jeder schaut der Elftal wieder gerne zu. Wir sind auf dem richtigen Weg. Aber es ist nicht so, dass wir uns zurücklehnen könnten.“  

Martial und Pogba fehlen, Frankreich nominiert Lacazette, Sissoko und Plea nach

Zumal der kommende Gegner Frankreich heißt. Der amtierende Weltmeister steht nach drei Spieltagen mit sieben Punkten an der Tabellenspitze und kann seinerseits schon mit einem Unentschieden den Gruppensieg eintüten. Nationaltrainer Didier Deschamps hat vor dem Duell in Rotterdam mit leichten Verletzungsproblemen zu kämpfen, die United-Profis Paul Pogba (Oberschenkelblessur) und Anthony Martial (Leistenbeschwerden) fallen aus, dafür hat Deschamps Alexandre Lacazette vom FC Arsenal und Hotspur-Mittelfeldmann Moussa Sissoko nachnominiert. Hoffnungen auf einen Einsatz im Team des Weltmeisters darf sich auch der Gladbacher Alassane Plea machen, der am vergangenen Wochenende mit drei Toren Werder Bremen abschoss und mit acht Toren aus elf Spielen aktuell auf Platz zwei der Bundesliga rangiert. Frankreich Nationalmannschaft Wer auch immer für die Franzosen auf dem Platz steht, Trainer Deschamps fährt nach Rotterdam „um zu gewinnen“. Ein Sieg der Gäste brächte eine Quote von , bei einem Unentschieden zwischen beiden Fußball-Großmächten wären es 3,5, ein Sieg der Niederländer brächte . Geraten die Gastgeber wie im Hinspiel (1:2) in Rückstand und drehen dann noch die Partie, liegt die Quote gar bei . Mein Tipp: Bereits in der ersten Halbzeit gelingt beiden Teams ein Tor , wobei Antoine Griezmann für die Franzosen eröffnet , auch in der zweiten Hälfte trifft und der Weltmeister am Ende erneut mit 2:1 gewinnt .  
Quoten unterliegen Änderungen.

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