Live-Quoten checken

Bekommt Frankreichs Teamchef Yannick Noah sein Abschiedsgeschenk?

Kroatien mit Einzel-Stars beim Auswärtsspiel Favorit.

Abschied vom traditionellen Davis-Cup-Finalmodus.

Yannick Noah war in seiner Karriere schon vieles: French-Open-Sieger 1983, bester französischer Tennisspieler seiner Generation, berühmtester Clown im bunten Tennis-Zirkus, Popsänger mit einer Nummer-Eins-Single, Berater der kamerunischen Fußball-Nationalmannschaft, zehnmal offiziell beliebtester Franzose, Vater des NBA-Stars Joakim Noah und aktuell Teamchef der heimischen Davis-Cup-Auswahl. Diese Tätigkeit findet mit dem morgen im nordfranzösischen Lille stattfindenden Davis-Cup-Finale ein würdiges Ende – in Zukunft wird die ehemalige Weltranglistenerste und Wimbledon-Siegerin Amelie Mauresmo Frankreichs Männer coachen.

Cilic und Coric führen den Favorit aus Kroatien im Davis-Cup-Finale an

Es liegt also an Lucas Pouille (Nummer 32 der Welt), Jeremy Chardy (Nummer 40), dem Langzeitverletzten Jo-Wilfried Tsonga (259) und den Doppelspezialisten Pierre-Hugues Herbert, sowie Nicolas Mahut, ihren Chef mit dem ganz großen Triumph zu verabschieden. Auf dem Indoor-Sandplatz von Lille genießen die Franzosen zwar Heimvorteil – die Fußballstadt Lille unweit der belgischen Grenze verfügt traditionell über sehr viele leidenschaftliche Sportfans – leichter Favorit im Duell gegen Vorjahressieger Frankreich sind dennoch die Gäste aus Kroatien.

Die werden mit folgender Besetzung in Lille antreten: Marin Cilic (Nummer 7 der Welt), Borna Coric (Nummer 12) und den drei Doppelspezialisten Franko Skugor, Mate Pavic (Doppel-Weltranglistenplatz 4) sowie Ivan Dodig. Besonders auf Cilic ruhen die Hoffnungen der Sport-Nation Kroatien, die 2005 den bislang einzigen Davis-Cup-Triumph feiern durfte, als die Auswahl im Finale 3:2 gegen die Slowakei gewann. Der 1,98 Meter große Cilic, 2014 Sieger bei den US Open, hat eine spezielle Beziehung zum Davis Cup. 2016 war er im entscheidenden Final-Match gegen den Argentinier Juan Martin del Potro schon auf der Siegerstraße, verlor dann doch noch höchst dramatisch und ließ am Ende die Argentinier jubeln. Unvergessen, wie Fußball-Idol Diego Maradona auf der Tribüne seinen martialischen Siegestanz aufführte.

Topstar Cilic: „Ich werde bereit sein“

Cilic ist der einzige Teilnehmer dieses Davis-Cup-Endspiels, der auch bei den jüngst beendeten ATP-Finals am Start war. Gegen den späteren Sieger Alexander Zverev aus Deutschland verlor er knapp in zwei Sätzen, gewann dann sein zweites Einzel gegen den US-Amerikaner John Isner, hatte allerdings schon vor dem letzten Match gegen Novak Djokovic keine Chance mehr, das Halbfinale zu erreichen und verlor in zwei Sätzen. Angesprochen auf mögliche Probleme, weil er das ATP-Finale auf einem Hartplatz spielen musste, während die Davis-Cup-Endspielteilnehmer in Lille auf Sand antreten, sagte Cilic: „Ich werde bereit sein. Wir hatten ja bereits öfter Davis-Cup-Partien auf Sand, wenn direkt vorher bei einem Turnier auf Hartplatz gespielt wurde. Außerdem ist Asche in der Halle ja schneller als draußen.“Kroatiens Superstar, der mit dem Weltranglistenzwölften Borna Coric einen weiteren Top-20-Spieler an der Seite hat, kann mit einer möglichen Favoritenstellung nicht viel anfangen: „Es ist schwierig, ein Team als Favorit herauszustellen. Beide Mannschaften haben ihre Vorteile.“ Auch die offizielle Davis-Cup-Homepage schätzt das finale Duell als „eines der engsten aller Zeiten ein“. Spannung scheint also garantiert. Nostalgie sowieso, denn am 2019 wird es am Ende des Jahres ein neu strukturiertes Davis-Cup-Finalturnier geben, an dem 18 Nationen teilnehmen werden.

Spannung verspricht Lille auch deshalb, weil Frankreichs Teamchef Noah mit Jo-Wilfried Tsonga die vielleicht größte Wundertüte im Kader hat. Tsonga, der bereits seit 2004 auf der Tour ist und in seiner Karriere bislang 15 Einzel-Titel gewonnen hat, kämpft seit Jahren immer wieder mit Verletzungen, zuletzt musste er von Februar bis September 2018 wegen einer Meniskus-Verletzung pausieren. Dass er bei großen Teamwettbewerben zu Höchstform auflaufen kann, bewies er unter anderem bei den Olympischen Spielen von 2012, als gemeinsam mit Michaël Llodra ins Doppel-Finale einzog und dort nur knapp unterlag.

Franzosen bringen die bessere Quote

Auch bei den Buchmachern ist die kroatische Mannschaft um Teamchef Željko Krajan (Höchste Karriereplatzierung im Einzel: 2002 Weltranglistenplatz 88) leichter Favorit. Die Quote auf einen Sieg der Kroaten liegt bei , ein Erfolg der Franzosen bringt .

Mein Tipp: die Franzosen werden den Heimvorteil von Lille nutzen und ihrem Boss Yannick Noah zum Abschied einen Davis-Cup-Erfolg bescheren. Es wäre der elfte Davis-Cup-Triumph für die Franzosen.

Quoten unterliegen Änderungen.

An der Diskussion teilnehmen