Die Schweizer Tennislegende verlor das Auftaktmatch bei den ATP Finals von London

Deutschlands Hoffnung Alex Zverev erkämpft Zweisatzsieg gegen Marin Cilic

Die acht besten Tennisspieler der Welt suchen in England den Champion von 2018

2008 gewann Manchester United die Champions League, wurde Barack Obama Präsident der USA, avancierte Sebastian Vettel mit 21 Jahren mit seinem Sieg beim Großen Preis von Italien zum jüngsten Grand-Prix-Sieger aller Zeiten – und scheiterte Roger Federer das einzige Mal in seiner großen Karriere in der Vorrunde der ATP-Finals.

Zehn Jahre ist das schon wieder her, und wenn es ganz blöd läuft für den Schweizer, dann wiederholt sich dieses Missgeschick in diesem Jahr erneut. Der Weltranglistendritte verlor sein Auftaktmatch beim Abschluss der diesjährigen ATP-Tour in London mit 6:7 und 3:6 überraschend deutlich gegen den Weltranglisten-Neunten Kei Nishikori aus Japan, der nur aufgrund der Knieverletzung von Juan Martin Del Potro überhaupt einen Startplatz bekommen hatte. „Leider konnte ich meine frühe Führung im zweiten Satz nicht halten“, analysierte Federer anschließend seine Niederlage. Am heutigen Dienstag muss er sein zweites Match gegen den Österreicher Dominic Thiem (21 Uhr) gewinnen, will er nicht wie 2008 vorzeitig aus dem Turnier scheiden. Hoffnung dürfte dem vielleicht besten Tennisspieler aller Zeiten machen, dass er 2007 und 2013 ebenfalls sein Auftaktmatch verlor und dennoch die K.o.-Runde erreichte – 2007 stand er am Ende sogar im Endspiel und gewann gegen David Ferrer.

Finale der Superlative: 191.000 Dollar pro Sieg, 105.000 nur für die Teilnahme

Ebenfalls unter den aktuell acht besten Spielern des Planeten ist der Deutsche Alex Zverev, der als Weltranglisten-Fünfter nach London gekommen ist und es in der sogenannten „Guga Kuerten“-Gruppe mit Marin Cilic, Nova Djokovic und dem Amerikaner John Isner zu tun bekommt. Sein Match gegen den Kroaten Cilic gewann Zverev am Montag-Abend in zwei Sätzen mit 7:6 und 7:6 – pro Sieg gibt es bei den Finals bereits 191.000 Dollar Preisgeld, zuzüglich zu den 105.000 Dollar Antrittsgage. Der Sieger bekommt die stolze Summe von 1.785.000 Dollar überwiesen. Mehr noch als ums Geld geht es dem 21-jährigen Deutschen in London um Ruhm und Ehre und die Möglichkeit, sein „bislang bestes Jahr“ (Zverev) noch zu vergolden. Kein Spieler auf der Tour konnte in diesem Jahr mehr Siege verbuchen – der Erfolg gegen Cilic war Nummer 55. Dass es allerdings auch in diesem Jahr nicht zu einer Finalteilnahme geschweige denn einem Sieg bei einem der vier Grand-Slam-Turniere reichte, wurmt den ehrgeizigen Hamburger. Um vielleicht schon beim Finale von London den ganz großen Wurf zu schaffen, hat er sich vor einigen Wochen die Dienste von Ivan Lendl gesichert – auf Rat seines Freundes Boris Becker. Die Tennisikone kennt sich aus mit Grand-Slam-Geduld: erst bei seinem 19. Versuch reichte es einst zum Titel. Über seine noch kurze Zusammenarbeit mit Lendl sagt Zverev: „Man hofft immer, dass es so schnell wie möglich geht, aber der wirklich große Effekt kommt wahrscheinlich erst im nächsten Sommer. Dann seht ihr Unterschiede in meinem Spiel.“

Ebenfalls in London dabei sind noch Rafael Nadal und Wimbledon-Finalist Kevin Anderson (der sein Auftaktspiel in der Federer-Gruppe „Lleyton Hewitt“ gegen Dominic Thiem gewann). Seit 1970 werden die ATP-Finals ausgetragen, Rekordsieger ist der 37-jährige Roger Federer mit sechs Titeln, gewinnt Novak Djokovic in diesem Jahr, hat er ebenfalls sechs Triumphe zu verbuchen. Der überraschende Vorjahressieger Grigor Dimitrov aus Bulgarien hat sich als Weltranglisten-19. gar nicht erst qualifiziert.

Der Vorjahressieger hat sich erst gar nicht qualifiziert – Favorit Federer

Am heutigen Dienstag trifft um 15 Uhr erste Federer-Bezwinger Nishikori auf den Südafrikaner Kevin Anderson, für einen erneuten Sieg des Nachrückers aus Japan liegt die Quote bei , wer auf Anderson wettet bekommt schon . Noch erträglicher wäre ein Sieg von Thiem gegen Federer im Abendspiel .

Mein Tipp: Roger Federer wird sich trotz seiner inzwischen 37 Jahre keine Blöße geben und Dominic Thiem klar bezwingen und das mit 6:4 und 6:3 schaffen. (2:0-Satzgewinn für Federer bringt noch einmal eine Quote von ).

Quoten unterliegen Änderungen.

An der Diskussion teilnehmen